Erstellt 29.08.10, 20:58h
KÖLSCHE TÖN
„Ich han leever, wenn et Sommer es“, sang Tommy Engel und traf mit dieser klaren Aussage den Nerv der 2200 Besucher, die ihn trotz des nasskalten Wetters hören, erleben und bewundern wollten. Denn der quirlige Musiker und Entertainer zeigte sich einmal mehr von seiner besten Seite. Aus LSE -Zeiten weiß er, dass „Ruhm keine Gnade kennt“, dass manche Dinge eher „für et Hätz un jäjen d'r Kopp“ sind und dass man als Saunaboy den roten Bademantel durchaus offen tragen kann. Probleme beim Luft holen werden so vermieden. Die hat Engel zwischendurch schon mal im Umgang mit der winzigen Mundharmonika. „Muss ich jetz do dren blose oder dran trecke, oder dran trecke- trecke un dann dren blose-blose?“, fragt er sich. Bei der nächsten, sensibel interpretierten Bläck Fööss -Ballade verblüfft er dann mit einem grandiosen Mundharmonika-Solo. Engel scherzt mit seinem Publikum auf seine Weise, mal auf hochdeutsch, mal auf kölsch. Er plaudert, führt Selbstgespräche, während er auf der Bühne auf und ab läuft. Er moderiert, animiert, lässt seine Gäste teilhaben an seiner Sicht der Dinge, ob mit dem Lied „Un dann es et widder keiner jewäse“, das an den Tod zweier Menschen beim Einsturz des Stadtarchivs erinnert, oder an seinen „Vatter“, der es damals als Musiker nicht leicht hatte, eine so große Familie durchzubringen. Musikalische Kompetenz zeigte auch die neu zusammengestellte Band. Neben Pianist Jürgen Fritz und Backgroundsängerin Elke Schlimbach aus dem bisherigen Ensemble überzeugten Hans Maahn am Bass, Alex Olivari an der Gitarre und Heiko Braun am Schlagzeug. (meu)
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