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Archäologie

Bastion gegen Karl den Kühnen

Von Carl Dietmar, 31.08.10, 19:24h, aktualisiert 31.08.10, 19:30h

Ein Stück Geschichte: In der Ehrenstraße haben Bauarbeiter ein Mauerteil der spätmittelalterlichen Stadtbefestigung gefunden. Damals baute die Stadt Köln die Befestigungsanlagen massiv aus - um sich vor Burgunderherzog Karl dem Kühnen zu schützen.

Ehrenpforte
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Die Feldseite der Ehrenpforte vor dem Abriss. (Bild: Archiv)
Ehrenpforte
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Die Feldseite der Ehrenpforte vor dem Abriss. (Bild: Archiv)
Mauerstück
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Grabenfangmauer aus Basalt und Tuff: Unter einem Keller in der Ehrenstraße wurde das Mauerstück entdeckt und gesichert. (Bild: RGM)
Mauerstück
Innenstadt - Im Rahmen von Bauarbeiten an der Ehrenstraße (in der Nähe des Hohenzollernrings) ist ein Teilstück der spätmittelalterlichen Stadtbefestigung entdeckt worden - „in der Fachsprache heißt das Objekt eine Kontereskarpe“, erläutert Marcus Trier, der stellvertretende Direktor des Römisch-Germanischen Museums. „Das ist Fachbegriff für eine feldseitige Grabenfangmauer.“ Das Mauerstück, das zum Befestigungssystem am Ehrentor gehörte, stammt aus dem 15. Jahrhundert - „damals hat man die mittelalterliche Stadtmauer an vielen Stellen ausgebaut.“

Damals - das war die Zeit, als der Burgunderherzog Karl der Kühne das Rheinland bedrohte und schließlich Neuss belagerte. Die Stadt Köln betrieb seit 1470 einen hohen finanziellen Aufwand, um die Befestigungsanlagen, die aus dem 13. Jahrhundert stammten, nach neuesten Erfordernissen der Fortifikationstechnik zu modernisieren, etwa durch den Bau von speziellen Bastionen vor den Toren. Kaiser Friedrich III. dankte der Stadt im Jahre 1475 für ihren Einsatz im Neusser Krieg, indem er ihre Unabhängigkeit mit dem „Reichsstadtprivileg“ bestätigte.

Abbruch in den 1880er Jahren

In dieser Zeit wurde auch das nun gefundene Mauerstück errichtet - „die Mauer“, so Trier, „sicherte die feldseitige Grabenböschung des Stadtgrabens an der Ehrenpforte.“ Dieses Tor, erst in den 1880er Jahren abgerissen, gehörte zu den landseitigen Torburgen des mittelalterlichen Festungsrings, ein siebenstöckiger, eckiger Bau, zwischen Hahnen- und Friesentor gelegen.

Die Fundstelle lag unter den Kellerböden der Altbebauung des Grundstücks Ehrenstraße 100. Dort errichtet die „Development Partner AG“ ihr Geschäftshaus „E100“, in dem auf zwei Ebenen 440 Quadratmeter Verkaufsfläche (oder Lagerfläche) entstehen sollen; zudem werden vier jeweils etwa 125 Quadratmeter große Mietwohnungen angeboten. Mit der Planung wurde das Kölner Büro Schilling Architekten beauftragt. 2011 soll das Gebäude nach Auskunft von Development Partner fertig gestellt sein. Das Projektvolumen beträgt rund acht Millionen Euro.



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