Von Norbert Ramme, 01.09.10, 14:59h
Als Vorgabe von der Verwaltung müssen die gesamten Kosten um zwölfeinhalb Prozent reduziert werden. Doch mit geringeren Zuschüssen ist das bisherige Programm nicht mehr aufrecht zu erhalten. Das ist auch bei der Stadt bekannt. Sozialdezernentin Agnes Klein: „Diese Kürzungen haben negative Auswirkungen auf das Leistungsspektrum des Bürgerhauses.“ Allerdings brauche sich, so Kongehl, von dem hauptamtlichen Personal niemand Sorgen machen, seinen Job zu verlieren. Bei den Nebenamtlern sehe dass dann jedoch schon anders aus.
Musikreihen vor dem Aus
Insgesamt knapp 64.000 Euro müssen in Kalk eingespart werden. Kongehl: „Und es gibt Positionen, an denen keine Abstriche gemacht werden können wie den Energiekosten. Da muss anderswo halt stärker gekürzt werden.“ So sollen nun die Musikreihen „Hand Made Musik“ und „Jazz-Session“ komplett eingestellt werden. Die „Atrium“-Veranstaltungen sollen eingeschränkt und das offene Angebot für Kinder und Jugendliche auf die Hälfte zusammengestrichen werden. Kongehl: „Das ist zwar eigentlich ein wichtiger Bereich, der aber leider nichts einbringt.“
Wie viel Spaß vor allem die Kleinen an den Angeboten haben, konnte beim Geburtstagsfest beobachtet werden. Emsig und engagiert bastelten sich einige Dutzend Jungen und Mädchen aus Dosen Federn, Kronkorken und buntem Papier kleine Rhythmus-Instrumente, mit denen sie anschließend die Rockband „Pelemele“ unterstützten. Die animierten vor allem mit Lieder ihrer neuen CD „Rockwürste“ zum Mitsingen, Mittanzen und Mitmachen. Gesungen und geschunkelt wurde später auch zu den kölschen Liedern, die die Familich um Sänger und Gitarrist Wolfgang Anton anstimmte, während die Melodien der DLF-Rockers und der Samba-Kapelle „Cuba Vista“ eher zum Zuhören oder Tanzen einluden.
Die Vielseitigkeit ist das Markenzeichen des Bürgerhauses, das im Sommer 1991 in Betrieb genommen wurde. „Der Platz, auf dem das Bürgerhaus hier in der Kalk-Mülheimer Straße steht, ist ein historisch benennbarer Ort“, sagte Kongehl, als er vor gut 700 Festbesuchern die vergangenen Jahre Revue passieren ließ. „Er gehört zu den landwirtschaftlich genutzten Flächen der Kalker Höfe, die im Jahre 1003 bereits in Urkunden genannt werden.“ Erstmals bebaut wurde das Grundstück im 1862. Ingenieur Otto Kellner errichtete dort eine Fabrik für Leuchtgas und lieferte bis 1900 das Gas für die Haushalte und die Straßenbeleuchtung in der damals selbständigen Stadt Kalk. Später ging das Fabrikgelände in städtischen Besitz über und wurde jahrzehntelang von den Gas- und Elektrizitätswerken als Zweigstelle genutzt.
„Das Bürgerhaus Kalk gilt als ein gutes Beispiel soziokulturellen Lebens, ein Treffpunkt von Jung und Alt, von Menschen unterschiedlichster Herkunft“, sagte Kalks Bezirksbürgermeister Markus Thiele. „Und es erfüllt drei wichtige Aufgaben: Sozial-, Kultur- und Bildungsarbeit.“
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