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Anna-Freud-Schule

Der mutige Björn aus Schweden

Von Marion Eickler, 01.09.10, 15:57h

Ein körperbehinderter Jugendlicher aus Göteborg lernt ein Jahr lang in Köln, fernab von Eltern und Geschwistern. Auf seiner Wunschliste steht ein Spiel des 1. FC Köln ziemlich weit oben.

Björn Lindskog
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Björn Lindskog (Mitte) mit Sybille Wegerich, Ludwig Gehlen, Uta Schultze, Barbara Röder, Simon Blomkvist und Johan Larsson sowie Michael Mertens. (Bild: Eickler)
Björn Lindskog
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Björn Lindskog (Mitte) mit Sybille Wegerich, Ludwig Gehlen, Uta Schultze, Barbara Röder, Simon Blomkvist und Johan Larsson sowie Michael Mertens. (Bild: Eickler)
Müngersdorf / Bickendorf - Der traut sich was. Der 19 Jahre alte Björn Lindskog aus Göteborg ist spastisch gelähmt und daher dauerhaft auf Unterstützung anderer und seinen Rollstuhl angewiesen. Doch er ist nach Köln gereist, um hier ein Jahr lang die elfte Klasse der Anna-Freud-Schule für Körperbehinderte des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) zu besuchen.

Fernab von den Eltern und Geschwistern versteht sich. Die sind alle daheim geblieben. Das ist ja auch normal, wenn man ein Jahr der Oberstufe auf dem Gymnasium im Ausland absolviert. Nur, was ist schon normal, wenn man 24 Stunden am Tag auf Unterstützung angewiesen ist? Und zwar mehr als mancher denken mag. Lindskog aber hat bereits die Innenstadt erkundet und erste Lieblingscafés ausgemacht. Auf seiner Wunschliste steht „ein Spiel des 1. FC Köln“ ziemlich weit oben. Den Weg zur Schule kennt er bereits. Und Björn Lindskog wohnt mit seinen beiden ebenfalls aus Schweden angereisten Betreuern, die vom schwedischen Staat bezahlt werden, in einer Wohnung in Bickendorf. Gespannt ist er, Angst hat er keine. „Mein Vater meint, ich soll alles versuchen, was nicht behinderte Menschen auch machen. Einfach tun, was alle anderen auch tun“, sagt Lindskog in einwandfreiem Deutsch, das er auf einem Gymnasium seiner Heimatstadt Göteborg gelernt hat.

Björn wollte unbedingt ein Jahr lang in Deutschland leben und lernen, und das aus gleich zwei Gründen: „Eine Freundin meiner Schwester erzählte viel von einem Studienaufenthalt in Hamburg“, berichtet er. Außerdem unterhält seine Schule eine Partnerschaft mit der Anna-Freud-Schule.

Aber wo sollten Lindskog und seine Betreuer wohnen? Michael Mertens, beim LVR Schuldezernent, nahm Kontakt zur GAG Immobilien AG auf. Und die konnte weiterhelfen. „Von insgesamt 41 000 Wohnungen, die wir haben, sind mittlerweile 3000 barrierefrei“, so Sybille Wegerich vom GAG-Vorstand. In einer dieser Wohnungen leben nun die drei Schweden. Die Miete zahlen Lindskogs Eltern.

Für den Leiter der Anna-Freud-Schule Ludwig Gehlen ist der Gastaufenthalt Lindskogs ein notwendiger Schritt einer Gesellschaft, die mit der Integration Behinderter Ernst machen will. Er sagt: „Das ist gelebte gesellschaftliche Integration wie die UN-Behindertenrechtskonvention siemit dem Stichwort »Inklusion« fordert. Und ich wünsche mir, dass das Schule macht und bald die ersten Schüler unserer Schule umgekehrt ein Jahr im Ausland absolvieren können.“ Anfragen gebe es bereits, weiß der Schulleiter.



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