ZeitungsanzeigenAbo | Mediadaten
Schriftgröße

Gewalttat

Eine Frage der Ehre

Von Udo Beissel, 01.09.10, 17:16h, aktualisiert 01.09.10, 18:18h

Ein 25-jähriger Türke muss sich seit Mittwoch vor dem Landgericht gegen den Vorwurf des Totschlags verteidigen. Er soll einen Freund mit einem Messer lebensgefährlich verletzt zu haben. Doch im Prozess gab's eine erstaunliche Verbrüderung.

Prozess
Bild vergrößern
Wegen versuchten Totschlags steht seit gestern der 25-jährige Ali B. (Name geändert) aus Erftstadt vor dem Landgericht. (Symbolbild: dpa)
Prozess
Bild verkleinern
Wegen versuchten Totschlags steht seit gestern der 25-jährige Ali B. (Name geändert) aus Erftstadt vor dem Landgericht. (Symbolbild: dpa)
Erftstadt-Lechenich - Seit Mittwoch verhandelt das Landgericht Köln eine Gewalttat aus Erftstadt. Hintergrund sind Streitigkeiten im Drogenmilieu, die schließlich eskalierten. Ursprünglich ging es um lediglich 20 Euro, die das spätere Opfer von dem Angeklagten aus Erftstadt noch bekommen sollte. Doch der Angeklagte, der wegen anderer Straftaten, darunter Raub und Hehlerei, noch eine Bewährungsstrafe verbüßte, dachte nicht daran zu zahlen. Stattdessen setzte er sein Geld in Discos um und kaufte Drogen.

Dem Opfer, das selbst Drogen bei dem 25-Jährigen einkaufte, platzte am Neujahrstag schließlich der Kragen. Er versuchte, den Angeklagten auf dem Handy zu erreichen. Als jedoch nur die Mailbox ansprang, beschimpfte er den Türken in übelster Weise. Dabei bezeichnete er unter anderem dessen Mutter als Hure. „Da war unsere Ehre verletzt“, berichtete der Angeklagte, der nach der 7. Klasse die Hauptschule verlassen hatte und seitdem Jobs in Friseur-Geschäften, Döner-Gaststätten und bei einem Verpackungsbetrieb annahm. Am 12. Januar eskalierte der Streit.

Das Opfer wollte einkaufen, als ihn Ali B. in Höhe der Tankstelle An der Patria erkannte. Der Angeklagte sprang aus dem Auto. Bei dem Streit zog der 25-Jährige ein Messer und rammte es dem Opfer in die Seite. „Ich wollte nur seine Hand treffen, habe aber leider den Bauch getroffen“, erklärte der Angeklagte. Seine Detailschilderungen zweifelte das Gericht mehrfach an. „Versuchen sie nicht, uns was vorzulügen, sonst rappelt es im Karton“, mahnte der Vorsitzende an.

Der Angeklagte entschuldigte sich bei dem Opfer, der am Mittwoch als Zeuge geladen war. Und der antwortete: „Ich nehme die Entschuldigung an, Bruder.“ Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Newsticker


Anzeige


Bundesliga Liveticker


Anzeige





Bildergalerien


RHEINLAND WETTER



Special


ksta-blogs.de



Blog zur ksta.tv-Sendung



Aktion


Aktion





Aktuelle Verkehrsinfos


Termine

Veranstaltungssuche

 

Veranstaltungs-Tipps

Manic Street Preachers

22. April 2012,
E-Werk Köln

 

Mein ksta.de


ksta.de auf Facebook

KSTA auf Facebook

Meistgelesene Artikel


Stadtmenschen Community


Extra


Die 5 beliebtesten Pausenspiele

Mahjongg Fortuna
Zuma
Zuma »
1507 Spieler
Bookworm
Bookworm »
1263 Spieler
Bubble Shooter
Bubble Shooter »
1034 Spieler
Bejeweled 2
Bejeweled 2 »
956 Spieler

Brutto / Netto Rechner

Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.) Steuerklasse

Dienste