Von Christiane Mitatselis, 02.09.10, 18:47h, aktualisiert 02.09.10, 18:49h
Vor ein paar Monaten gingen alle noch davon aus, dass die DEL der Saison 2010 / 2011, inklusive Aufsteiger EHC München, aus 16 Vereinen bestehen werde. Doch im Sommer gingen die Frankfurt Lions, Meister des Jahres 2004, pleite. Zwischendurch geriet auch der aktuelle Champion Hannover in finanzielle Turbulenzen, er rettete sich aber noch. Nach monatelangem Rechtsstreit wurde in der vergangenen Woche schließlich der insolvente Traditionsklub Kassel Huskies aus der Liga verbannt. So hat die DEL nur noch 14 Mitglieder, und es ist nicht ausgeschlossen, dass es bald noch weniger sein werden. Die Liga hat weiterhin keinen lukrativen TV-Vertrag. Nur Berlin und Hamburg, Klubs des US-Unternehmers Anschutz, sowie die Adler Mannheim (SAP) und der ERC Ingolstadt (Saturn) verfügen derzeit über sichere Geldgeber. Die unfreiwillige Verkleinerung bringt immerhin den Vorteil mit sich, dass es nur noch 52 - und nicht 60 - Hauptrundenspiele gibt, bevor es im Frühjahr in den Playoffs ernst wird. Die Nachteile überwiegen aus Sicht der Klub-Chefs jedoch. „Dieser Sommer war eine Katastrophe für die Liga“ sagt etwa Lance Nethery, Manager der Düsseldorfer EG. „Die WM hat gezeigt, wie attraktiv Eishockey ist. Die Probleme in Frankfurt, Hannover und Kassel haben uns aber herunter gezogen.“
ksta.tv
Der DEL ist es tatsächlich nicht in Ansätzen gelungen, von der Euphorie zu profitieren, die die Eishockey-Nationalmannschaft im Mai entfachte. Kaum jemand erinnert sich noch an die famosen Spiele der Auswahl von Uwe Krupp, die bei der Heim-WM ins Halbfinale einzog; an das Eröffnungsspiel in der Schalker Arena vor 77 803 Zuschauern. Der Ruhm ist im Nichts verpufft. So muss die Begeisterung für die schnellste Randsportart der Welt auf ein Neues geschürt werden.
Ein paar bemerkenswerte Dinge haben sich getan. Die Eisbären Berlin zeigen zurzeit beim Vorbereitungsturnier „Champions Trophy“ gute Frühform. Hardy Nilsson, Trainer des schwedischen Spitzenklubs Djurgardens IF, pries den viermaligen deutschen Meister gar als „starke, schnelle und abgebrühte Mannschaft.“ Da die Eisbären die Finalrunde in Salzburg am kommenden Wochenende erreicht haben, mussten sie ihren Saisonstart verschieben - was sie gern in Kauf nehmen. Trainer Don Jackson geht davon aus, dass seine Profis durch das Turnier viel „Selbstbewusstsein und Wettkampfhärte“ gewinnen werden.
Den Kölner Haien, die nach ihrer Finanzkrise neue Investoren gefunden haben, ist es zudem gelungen, den Kanadier Matt Pettinger zu verpflichten. Der Angreifer kann 423 Einsätze in der National Hockey League (NHL) vorweisen, und er ist erst knapp 30 Jahre alt. Normalerweise kommen Cracks seines Kalibers nur im sehr fortgeschrittenen Sportleralter oder gar nicht nach Deutschland. „Matt kann einer der Stars der Liga werden“, jubiliert Kölns Coach Stewart deshalb stolz. Beim DEL-Rekordmeister Adler Mannheim übt man sich in nie gekannter Bescheidenheit. Der von SAP-Milliardär Dietmar Hopp finanzierte Klub, der es in der Vorsaison peinlicherweise nicht bis in die Playoffs schaffte, verzichtete diesmal auf protzige Einkäufe aus Übersee. Nationalverteidiger Robert Dietrich ist der bekannteste Neuzugang - neben Trainer Harold Kreis, der aus Düsseldorf abgeworben wurde. Der Deutsch-Kanadier, der während der WM als Assistent von Bundestrainer Krupp erfolgreich im Einsatz war, ist der Mannheimer Hoffnungsträger. Als Spieler gewann er zwei Meistertitel mit den Adlern, denen er nun weitere folgen lassen soll. Großspurige Sprüche sind aus Mannheim aber nicht zu hören. Das offizielle Saisonziel lautet nur: Besser sein als in der Saison 2009 / 2010.
ARD, ZDF, WDR & Co.
03.09.2010 | 17.17 Uhr | smooth
Die Maus beisst da keinen Faden ab: Hauptverantwortlich für die finanziellen Probleme in allen Eliteligen abseits des Fußballs sind die…
Herr Eichin gibt die Richtung vor
03.09.2010 | 12.22 Uhr | Mullacci09
Die Liga und deren Vereine sind mittelfristig wahrscheinlich nicht zu retten, da sie sich nicht selbst finanzieren können. Wie immer gibt es zwei…
es ist halt kein Fußball
03.09.2010 | 07.07 Uhr | Breiti94
Der im Artikel angeschriebene lukrative TV-Vertrag kann ja nur so aussehen, dass wie in weiteren Randsportarten sogar noch Geld dafür gezahlt wird,…
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