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Natur

„Tonnen-Kartoffeln“ am alten Stellwerk

Von Gudrun Klinkhammer, 03.09.10, 16:07h, aktualisiert 09.09.10, 11:20h

Das Ehepaar Schmitz nutzt seinen Garten gerne zum Experementieren. Sie bauen allerlei Obstsorten an, die für mehr als 20 ungewöhnliche Marmeladen-Kreationen verwendet werden.

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Ihren Garten nutzen Elisabeth und Walter Schmitz gerne als Experimentierfläche. Die Produkte sind in der Regel köstlich, wie der reich gedeckte Tisch beweist. (Bild: Klinkhammer)
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Ihren Garten nutzen Elisabeth und Walter Schmitz gerne als Experimentierfläche. Die Produkte sind in der Regel köstlich, wie der reich gedeckte Tisch beweist. (Bild: Klinkhammer)
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Um Hummeln und Insekten Schutz zu bieten, baute Walter Schmitz ein Hummelhaus. (Bild: Klinkhammer)
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Hobbygärtnerin Elisabeth Schmitz baute in diesem Jahr erfolgreich Kartoffeln in einer Mülltonne an. (Bild: Klinkhammer)
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Mechernich - Kartoffeln aus der Mülltonne, mit Meersalzwasser gegossene Tomaten, Rosen, die mit kleingeschnippelten Bananenschalen gedüngt werden und allerlei Obstsorten, die für mehr als 20 ungewöhnliche Marmeladen-Kreationen verwendet werden - all das gehört zum Garten von Walter und Elisabeth Schmitz.

„Kreieren und probieren“ lautet demnach das erste Motto der beiden begeisterten Gartenfreunde. Ein weiterer Leitspruch ist ebenso passend: „Zwischen Kirche und Bahn wächst allerhand Kram“. Der Garten der Familie Schmitz befindet sich nämlich in der Mechernicher Turmhofstraße unterhalb der Kirche St. Johannes Baptist, und das Grundstück läuft parallel zur Bahnlinie.

Walter Schmitz ist ehemaliger Mitarbeiter der Deutschen Bahn, gilt als Mechernicher Original und wird von Freunden aufgrund seiner Liebe zu Karl-May-Büchern nur „Hatschi“ Schmitz genannt. Er kaufte den 630 Quadratmeter großen Garten gemeinsam mit dem daraufstehenden kleinen Häuschen vor 13 Jahren. „In unserem Heim war früher ein Stellwerk der Bahn untergebracht“, erklärt Elisabeth Schmitz.

Mitten in der Stadt

Obwohl der Garten sicherlich nicht zu den größten seiner Art gehört und mitten in der Stadt liegt, wirft er ausreichend Nahrungsmittel in Form von Obst und Gemüse für das Ehepaar ab. Pflaumenbäume, ein Apfelbaum der Sorte „Kaiser Wilhelm“, eine Apfelquitte, Mirabellen, ein Kirschbaum „ohne Würmchen“, Erdbeeren, Himbeeren sowie Stachel- und Johannisbeeren bieten über den Sommer jede Menge Obst zum Naschen und zum Einmachen.

Das Gemüse-Repertoire aus Tomaten, Gurken, Bohnen, Zucchini und Kartoffeln rundet das lukullische Angebot ab. Doch weit gefehlt, wer denkt, dass bei Elisabeth und Walter Schmitz alles in Reih und Glied steht. Die Bäume wachsen wild durcheinander. So bildet zum Beispiel eine Baumgruppe aus Pflaume, Eibe und Haselnuss gemeinsam eine große Krone.

Auch in den Blumen- und Gemüsebeeten findet sich eine bunte Mischung. Zucchinis gedeihen neben Zinnien, und Sanddorn spendet neben Buchs und Kresse dem Goldfisch Schatten.

Für das kommende Jahr plant Elisabeth Schmitz, die Kartoffeln nach Art des alten südamerikanischen Volkes der Inkas immer wieder mit der umgedrehten Grasnarbe zu bedecken. Bereits in diesem Jahr probierte sie einen Tipp, den sie in dem alten Ratgeber „Selbstversorgung aus dem eigenen Garten“ von John Seymour fand. Dieser empfiehlt, die Setzkartoffeln in einer hohen Tonne zunächst auf einer Schicht Erde zu versenken. Die Kartoffeln werden dann vorschriftsmäßig immer wieder angehäuft und abwechselnd mit Erde, Kompost und Pferdemist bedeckt. Nachdem sie abgeblüht sind findet die Ernte statt - und die scheint mit dieser Methode durchaus lohnend. Um an die reifen Knollen zu gelangen, wird einfach an dem Kraut gezogen, das aus der Tonne herausragt - in Elisabeth Schmitz' Fall ist es eine gewöhnliche Mülltonne.



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