Schriftgröße

Zimmerpflanzen

Exoten im Topf

Von Hannah Schneider, 06.09.10, 17:37h, aktualisiert 07.09.10, 08:28h

Zimmerpflanzen sind uncool? Von wegen. Es wird allerhöchste Zeit, mit dem schlechten Image der Topfblumen aufzuräumen. ksta.de zeigt ausgefallene Alternativen zu verstaubten Büropalmen und piefigen Stiefmütterchen.

Topfpflanze
Bild vergrößern
Zwerg-Zitronenbaum Citrofortunella microcarpa (Bild: Blumenbüro Holland)
Topfpflanze
Bild verkleinern
Zwerg-Zitronenbaum Citrofortunella microcarpa (Bild: Blumenbüro Holland)
Zimmerpflanze. Das klingt verstaubt. Fast nach einem Schimpfwort. Und ein passendes Bild drängt sich auf: Die ledrige graugrüne Palme auf der Fensterbank des Finanzamts-Sachbearbeiters. Eine dicke Staubschicht auf den unteren verdorrten braunen Wedeln. Die Erde so trocken wie die Luft im Raum.

Das Image der Topfblume ist schlecht. Im Baumarkt werden die billigen Pötte mit Birkenfeige, Bubikopf oder Alpenveilchen ganz zuletzt in den Wagen geworfen, „noch was Grünes“ für die Wohnung - das dann ein paar Wochen später vertrocknet in der Biotonne landet. In Büros, Wartezimmern und Bankfilialen vegetieren ganze Urwaldpopulationen von Zimmerpalmen vor sich hin.

Es ist also Zeit für eine Revolution auf der Fensterbank. Es geht nämlich auch ganz anders. Zimmerpflanzen können farbenfroh flirren, vor lauter Leben beinahe platzen, sie können ihre geheimnisvollen, fremden Blüten ins Wohnzimmer strecken, mit klaren Formen und schlichten Farben beruhigend wirken. Sie können zur coolen 70er-Jahre-Tapete passen, eine Designerwohnung ergänzen.

„Man muss nur den Mut finden, sich von der Generation der Pflanzen auf Omas Fensterbank zu verabschieden und Neues auszuprobieren“, sagt Horst Fritze, Innenarchitekt aus München.

Calathea, Medinilla, Brassia: So heißen die schwelgenden Blüten aus dem Urwald, die gerade besonders angesagt sind. „Im Trend liegen tropische Pflanzen“, sagt Fritze. „Dahinter steckt die Sehnsucht nach der Ferne, nach Wildheit und Exotik.“ Das setze sich auch in den Möbeln fort, sagt der Innenarchitekt. „Wenn Sie sich in den Einrichtungshäusern umschauen, überall gibt es Möbel mit fernöstlichem Einschlag.“ Ein Tisch aus Indonesien, ein Schrank aus China - und dazu das passende Gewächs.

Welche schließlich „die“ Pflanze fürs Wohnzimmer werden soll, sei reine Gefühlssache, sagt Horst Fritze. Schließlich geht es bei ihrer Auswahl auch irgendwie um eine Entscheidung für einen neuen „Mitbewohner“, so der Experte: „Wenn der Bauch reagiert, habe ich die richtige Pflanze gefunden.“



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


Anzeige



Ausflugstipps


WAS.WANN.WO.


Veranstaltung


Das Magazin auf Facebook

Das Magazin auf Facebook

Twitter


Extra


Kulinarische Ideen


Die Kochshow auf ksta.tv


Serie


Aktion


Mode und Design


Kolumne


Kolumne


Magazin-Bildergalerien