Von Antje Schmüddemage, 04.09.10, 08:25h, aktualisiert 04.09.10, 08:26h
Ziel der europäischen Initiative ist, das seit der Krise gesunkene Verbrauchervertrauen in Finanzdienstleister zu stärken. Einem Bericht der EU-Kommission zufolge ist es „nahezu unmöglich“, zu wissen, welche Kosten entstehen, und verschiedene Angebote zu vergleichen. Vor allem Österreich, Frankreich, Italien und Spanien schnitten bei der Transparenz schlecht ab, dagegen gehört Deutschland zu den Musterschülern. Dafür sorgen Preis- und Leistungsverzeichnisse, die wegen ihrer einheitlichen Gestaltung vergleichbar sind.
Auch die Kosten für ein Girokonto sind sehr unterschiedlich. In Spanien und Italien berechnen die Banken für Leistungen wie Konto- und Kartengebühren, Überziehungszinsen und Telefonbanking für durchschnittliche Nutzer jährlich mehr als 300 Euro. Am günstigsten sind Konten mit Kosten von rund 50 Euro in Portugal, Bulgarien und Belgien. Deutschland liegt mit knapp 100 Euro im Mittelfeld. Solche Preisunterschiede sind der Kommission ein Dorn im Auge: Der EU-Markt sei zersplittert, wodurch den Verbrauchern der Vorteil eines EU-Binnenmarkts entgeht, heißt es. Europas Banken müssten nun alle „Gebühren, Kosten und Provisionen, die für die Kontoeröffnung, Kontoführung und -schließung anfallen, sowie Kosten für Produkte und Dienste, die an das Konto gebunden sind“, offenlegen, zitiert die FTD Barnier.
Während Verbraucherschützer den EU-Vorstoß begrüßen, geben sich die deutschen Lobbyverbände zurückhaltend. Zwar unterstütze man grundsätzlich die Forderung nach mehr Transparenz, heißt es beim Bundesverband deutscher Banken und beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband einmütig. Allerdings erfüllten deutsche Sparkassen und Banken bereits heute die Transparenzanforderungen.
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