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Hund Ernie

Mehrere Tatverdächtige

Von Dennis Vlaminck, 03.09.10, 17:10h

Im Fall des zu Tode misshandelten Hundes „Ernie“ ermittelt die Polizei nun nicht mehr nur gegen einen Tatverdächtigen. „Es gibt mehrere Personen, die in Frage kommen“, sagt eine Polizeisprecherin.

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Hund „Ernie“ wurde zu Tode misshandelt. (Bild: Privat)
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Hund „Ernie“ wurde zu Tode misshandelt. (Bild: Privat)
Bergheim - Um die Ermittlungen nicht zu gefährden, könnten keine Auskünfte gegeben werden. Angesichts des hohen Interesses von Tierfreunden an dem Fall des zu Tode misshandelten Hundes „Ernie“ warnt Möllmann vor Vorverurteilungen. „Alle sollten in Ruhe das Ermittlungsergebnis abwarten,“ sagt Polizeisprecherin Barbara Möllmann.

An Baum gebunden

Vor zweieinhalb Wochen war der Terriermix an einen Baum gebunden zwischen Bergheim und Quadrath-Ichendorf von Spaziergängern gefunden worden. Im Tierheim Niederaußem fiel der vier bis sechs Jahre alte und von den Tierschützern Ernie genannte Hund ins Koma und starb zwei Tage später - ein Tierarzt hatte schwere Verletzungen wie mehrfache Rippenbrüche, Blutergüsse, ausgeschlagene Zähne, ein zerschlagenes Auge und möglicherweise auch eine Schädelfraktur diagnostiziert. Der Tierschutzverein sprach von einem „der schlimmsten Fälle von Tierquälerei in den vergangenen Jahren im Rhein-Erft-Kreis“.

Auch wenn noch kein Täter ermittelt ist, will das Tierheim die ausgesetzte Belohnung auszahlen. Die versprochenen 1000 Euro für Hinweise stehen nach Aussage des Vereinsvorstands drei Mädchen zu, die sich unabhängig voneinander im Tierheim gemeldet hatten und deren Informationen letztlich zu Ernies Besitzerin geführt hatten. Zurzeit wird aber noch geklärt, ob die Mädchen das Geld dem Tierheim spenden.

Eine als Halterin ermittelte 20-Jährige aus dem Stadtgebiet Bergheim hat laut Polizei bestritten, dem Hund etwas angetan zu haben. Sie habe Ernie vielmehr einem Bekannten gegeben, der ihn ins Tierheim bringen sollte. „Wir hoffen nun, dass Polizei und Staatsanwaltschaft den Fall lückenlos aufklären können“, sagt Silvia Kemmerling, die Vorsitzende des Tierschutzvereins.

Das Interesse an dem Fall ist laut Tierheim riesig. „Im Tierheimbüro gingen Hunderte E-Mails und ebenso viele Anrufe ein“, berichtet Vorstandsmitglied Sebastian Everding. „90 Prozent der Menschen, die sich bei uns gemeldet haben, sicherten uns ihre Unterstützung in Form von Spenden oder bei der Suche nach dem Täter zu.“ Doch habe es auch Anrufe, E-Mails und Briefe gegeben, teils mit Beleidigungen, die dem Verein „zu viel Aufwand um einen toten Hund“ vorgeworfen hätten.

Nach Angaben der Tierschützer gingen bisher 1465 Euro an Spenden für Ernie ein. Dieses Geld soll laut Verein ausschließlich für die Belohnung sowie für Ernies Einäscherung und Beerdigung verwendet werden und nicht für Renovierungs- oder Bauprojekte am Tierheim.

„Viele Leute haben ausdrücklich für Ernie, seine Tierarztkosten oder seine Beerdigung gespendet“, sagt Silvia Kemmerling, die Vorsitzende des Tierschutzvereins. Man fühle sich an den Wunsch der Spender gebunden.

Ernie ist am Freitag eingeäschert worden. Auf Wunsch vieler Tierfreunde und Spender soll der Hund in einem schlichten, kleinen Grab auf dem Kerpener Tierfriedhof beigesetzt werden. „Wir sind unserer Pflicht als Tierschützer nachgekommen“, sagt Kemmerling. „Für uns schließt sich jetzt die Akte Ernie.“



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