Von Angela Sommersberg, 03.09.10, 23:53h, aktualisiert 04.09.10, 18:01h
Im Internet überschlagen sich jetzt auch die Drohungen gegen die Welpen-Tierquälerin. „Ich würde dich umbringen du dreckige Schlampe“ schreibt einer. Und der nächste postet: „Diese Frau müsste ertränkt werden.“ Die Tierschutzorganisation Peta heizt den Hype noch weiter an und hat sogar eine Belohnung in Höhe von 2000 Euro zur Identifizierung des Mädchens ausgesetzt. Die Folgen ließen nicht lange auf sich warten. Ein Nutzer veröffentlichte in einem Forum Name und Foto eines Mädchens aus Bayern - und alle stürzten sich darauf. Die Jugendliche erhält nun verbale Drohungen per Telefon. „Wir haben bereits Schutzmaßnahmen ergriffen und dem Mädchen Verhaltenstipps gegeben“, sagt Markus Dengler, Sprecher des Polizeipräsidiums München.
Dabei ist die Bayerin gar nicht die vermeintliche Tierquälerin. Die Polizei hat das Mädchen aus dem Video mit dem auf dem Foto verglichen - und optische Unterschiede festgestellt, sagt Dengler. Außerdem spreche die Jugendliche im Film Bosnisch, eine Sprache, die das Mädchen aus Bayern überhaupt nicht beherrscht. „Wahrscheinlich wollte da jemand aus dem Bekanntenkreis dem Mädchen nur eins auswischen“, vermutet Internetexperte Axel Kossel vom c't-Magazin. Viele unterschätzten die Macht des Internets. Ist ein Name einmal online im Umlauf, lässt sich die Lawine kaum noch stoppen. Modernes Mobbing.
Und die Hexenjagd geht weiter, denn die Internetgemeinde hat über die perfekt organisierte Internet-Plattform 4chan eine Frau ausfindig gemacht, die nun für die reale Tierquälerin gehalten wird. Es sei bereits Anzeige erstattet worden, lässt Peta auf seiner Homepage verlauten.
Dabei ist nicht einmal sicher, ob das Video überhaupt echt ist. Das prüft die Polizei München zurzeit. Axel Kossel erkennt auf den ersten Blick, dass das Video geschnitten ist. „Es könnte also auch sein, dass das Mädchen nicht die lebendigen Welpen, sondern irgendwelche schwarzen Stoffsäckchen ins Wasser wirft“, sagt der Experte. Für den Macher des Videos sei dies aber egal. Denn sein Ziel habe er mit dem provokativen Film bereits erreicht: Uneingeschränkte Aufmerksamkeit durch die Internetgemeinde.
Belohnung hilft, Tierquäler ausfindig zu machen
07.09.2010 | 11.49 Uhr | N Kutscher
Die Internetgemeinde war zurecht geschockt über das Video - dass es nicht geschnitten ist, sieht man spätestens in der letzten Szene. Was daraufhin…
Vorverurteilung - Lynchjustiz
05.09.2010 | 01.57 Uhr | geromarkus_1691
Wie kann man solche Tierchen ersäufen!!! Im Video sehen wir es doch ganz klar!
Nein - wir sehen es nicht. Ich habe mir das Video mehrmals sehr genau…
Stoffsäckchen...?!
04.09.2010 | 07.14 Uhr | Zeitungsleserin
Ich frage mich, was der Herr "Experte" für eine Brille trägt, wenn er zappelnde und quiekende Hundewelpen als "Stoffsäckchen" identifiziert haben…
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