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Überwachung

Kameras filmen Abgeordnete

Von Norbert Kurth, 03.09.10, 18:39h

Eigentlich sollten die Videokameras in der Kreigeschäftsstelle der CDU in Frechen Einbrecher abschrecken. Doch stattdessen sorgten sie für jede Menge Ärger innerhalb der CDU. Der Vorwurf: Mitarbeiter konnten kontrolliert werden.

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Mit den Videokameras sollten Einbrecher abgeschreckt werden. (Symbolbild: dpa)
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Mit den Videokameras sollten Einbrecher abgeschreckt werden. (Symbolbild: dpa)
Frechen - In der Kreisgeschäftsstelle der CDU hängt der Haussegen mächtig schief. Anlass dafür waren Video-Kameras, mit denen Geschäftsführer Michael Arntz, so wird es einhellig berichtet, Einbrecher habe abschrecken wollen.

Die Abgeordneten, die dort ihre Wahlkreisbüros haben, die Mitarbeiter und der Vorstand sahen das aber anders. Weil die Objektive auf den Flurbereich innerhalb des Hauses sowie auf den Eingangsbereich der Küche justiert gewesen sein sollen, forderte Parteichef Gregor Golland Geschäftsführer Arntz nach eigenen Angaben auf, die Kameras sofort zu entfernen. Doch Arntz soll sich geweigert haben. Erst ein einstimmiger Vorstandsbeschluss habe ihn dazu gebracht, die Kameras zu entfernen.

„Ich war entsetzt, als ich das gesehen habe“, sagt Parteichef Golland.

Der Einsatz der Kameras habe seiner Meinung nach nicht dazu gedient, potenzielle Einbrecher abzuschrecken, sondern habe die Möglichkeit eröffnet, die Mitarbeiter zu kontrollieren. Daran ändere auch der Hinweis vor der Tür „Achtung, dieses Haus wird videoüberwacht“, nichts. Einer aus der CDU meint dazu: „Das ist nicht unbedingt das, was man unter vertrauensvoller Zusammenarbeit versteht.“

Aber nicht nur das. Der Bundestagsabgeordnete Willi Zylajew, der ebenso wie der Landtagsabgeordnete Golland sein Wahlkreisbüro im Frechener CDU-Domizil unterhält, zeigte sich empört. „Unsere Mitarbeiter konnten kontrolliert werden“, sagt der Hürther.

Ebenso sehr habe ihn geärgert, dass Besucher der Büros wohl gefilmt worden seien. „Das geht überhaupt nicht.“ Das sieht Golland ebenso: „Es kann doch nicht sein, dass Besucher von Abgeordneten gefilmt werden“, sagte der CDU-Chef.

Auf seine Aufforderung, die Kameras zu entfernen, habe Arntz mit einem klaren Nein reagiert.

Kreisgeschäftsführer Michael Arntz, der derzeit erkrankt ist, war am Freitag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.



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