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Gefängnis

Titan Kahn hinter Gittern

Von Marcus Flesch, 05.09.10, 20:42h

Aufregung im Kölner Klingelpütz: Ex-Torwart Oliver Kahn besuchte am Wochenende die JVA in Ossendorf, um sich ein Fußballturnier anzuschauen. Zuvor traf er sich mit mehreren Knackis zum Gespräch.

Oliver Kahn
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Ex-Torwart Oliver Kahn zu Gast in der JVA Ossendorf. (Bild: Worring)
Oliver Kahn
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Ex-Torwart Oliver Kahn zu Gast in der JVA Ossendorf. (Bild: Worring)
Ossendorf - Im Klingelpütz herrscht Aufregung. Umringt von Medienvertretern, Gefangenen und Offiziellen schreitet der ehemalige Weltklasse-Torhüter Oliver Kahn durch den Innenhof des Ossendorfer Knasts. Aus einem vergitterten Fenster ruft eine weibliche Stimme: „Olli, wir warten schon den ganzen Vormittag auf dich.“ Der Torwart-Titan schaut kurz hoch: „Wie geht's?“ Die Antwort „Man lebt!“ lässt ihn schmunzeln. Am Spielfeldrand des kleinen Sportplatzes bezieht er Position, um das Finale des Abschlussturniers der Initiative Anstoß für ein neues Leben zu beobachten. Im Zellengebäude hinter dem Ex-Profi hängt im ersten Stock eine FC-Fahne.

Immer wieder muss der Star Autogrammwünsche erfüllen. Zuvor hatte Kahn sich hinter verschlossenen Türen mit den Turnierteilnehmern - allesamt Knackis - zum Gespräch getroffen. Auf der anschließenden Pressekonferenz mochte Kahn über das Gesprochene nicht reden. Und auch die Gefangenen schwiegen solidarisch. Eindruck hatte der Stiftungsbotschafter jedenfalls hinterlassen: „Das ist schon toll, das der zu uns kommt. Leute wie den sieht man normalerweise nur im Fernsehen“, schwärmte Nico . Der 21-Jährige befindet sich derzeit im offenen Vollzug und darf seine Berufsausbildung fortsetzen. „Ich habe richtig Glück, dass ich meine Lehrstelle nicht verloren habe“, sagt er. Weniger beeindruckt vom prominenten Gast war Melody : „Es ist schön, dass er hier ist, aber ich kenne den schon vom letzten Jahr aus Siegburg.“

Dort hatte 2009 das Abschlussturnier stattgefunden. Die 19-jährige, die im offenen Vollzug ihr Fachabitur erreichte, hatte auch damals mit der einzigen Frauenmannschaft im Teilnehmerfeld den Kölner Knast vertreten. Straffälligen Jugendlichen nach Absitzen ihrer Haft eine Perspektive anzubieten ist das Ziel des Resozialisierungs-Projekts der Sepp-Herberger-Stiftung des Deutschen Fußball-Bundes, des Justizministeriums NRW und der Handwerkskammern.

Sechs Mannschaften aus den teilnehmenden Justizvollzugsanstalten (JVA) in Heinsberg, Herford, Hövelhof, Iserlohn, Siegburg und Köln haben sich ein Jahr lang mit Trainingseinheiten und Freundschaftsspielen auf das Abschlussturnier am vergangenen Samstag in Köln vorbereitet. Bei der Siegerehrung wurde Oliver Kahn unter anderem von NRW-Justizminister Thomas Kutschaty und dem Vizepräsidenten der Handwerkskammer Köln, Fred Balsam , unterstützt. Im Gegenzug für ihren Pokal überreichte die Mannschaft der JVA Siegburg dem Ex-Profi ein Trikot mit den Unterschriften aller am Turnier beteiligten Spieler.



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