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Boulevard

Kultur-Wunderland im Rheinauhafen

Von Chr. Handschuhmacher, 05.09.10, 20:37h

Lesungen, Theater, Kunstmeile: Drei Kultur-Veranstaltungen lockten am Wochenende rund 20.000 Besucher in den Rheinauhafen. Durch den neuen schicken Standort wollen die Veranstalter mehr Leute erreichen - und das kulturelle Erlebnis entschleunigen.

Rheinauhafen
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Drei Kultur-Veranstaltungen lockten rund 20.000 Menschen in den Rheinauhafen. (Bild: Worring)
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Drei Kultur-Veranstaltungen lockten rund 20.000 Menschen in den Rheinauhafen. (Bild: Worring)
Innenstadt - Ein Mann und eine Frau kämpfen miteinander und zerlegen dabei einen Stuhl in seine Einzelteile. Ein paar Meter weiter wiegt sich eine Gruppe älterer Menschen tanzend im Takt und beginnt kurz danach jammervoll zu betteln. Zwischen Walzen und Ziehbänken in einer Goldschmiede geschieht ein Mord, und Dämone und Vampire besiedeln eine Sportsbar.

Kölns kulturelles Wunderland liegt am ersten September-Wochenende im Rheinauhafen. Gleich drei Kultur-Veranstaltungen lockten rund 20 000 Besucher an: Die 16. Auflage des Theaterbummels, das Literaturfest „Rheinlesen - Bücherboulevard im Rheinauhafen“ und die Kunstmeile Süd.

„Wir wollen an diesem neuen Standort und in dieser Kombination mehr Leute erreichen, die sich konkret fürs Theater interessieren. An einem Sonntag sind die Leute auch gelassener und können sich in Ruhe umgucken“, sagt Dietmar Koboldt, Chef der Theaterkonferenz. Bei Besuchern und Ausstellern kommt der neue Standort gut an: „Die Atmosphäre ist hier einfach viel entspannter. In der Schildergasse hat man sich eher wie ein Hindernis im Shoppingtrubel gefühlt“, sagt Angelika Pohlert vom Theaterpädagogischen Zentrum.

Das Altentheaterensemble des Freien Werkstatt Theaters Köln nutzt den direkten Dialog mit den Besuchern, um sich Anregungen für eine Inszenierung über Altersbilder zu holen. Im Rollstuhl sitzt dabei aber nur die Musikanlage. Die Senioren-Schauspieler im Alter zwischen 65 und 94 Jahren tanzen und mimen voller Elan im Menschengedränge an der Rheinpromenade.

Vom Theater zur Literatur sind es an diesem Tag nur ein paar Schritte. In weißen Pavillons präsentieren die Kölner Buchhändler und Verlage ihr neues Programm. Lesungen an eher ungewöhnlichen Orten wie in der Goldschmiede, im Hafenamt oder auch im Ruderboot machen den Charme von „Rheinlesen“ aus. In Rikschas kann man sich kostenlos zu den außerhalb des Rheinaufhafens stattfindenden Aktionen der Kunstmeile Süd chauffieren lassen und bei Van Ham Kunstauktionen sogar noch Grundkenntnisse der traditionellen japanischen Urushi-Lackarbeiten erlernen. „Hier bekommt man so tolle Anregungen, was man alles machen kann. Ein super Ambiente, sehr nett und offen“, resümiert Besucherin Wibke Diemelt.



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