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Strassenfest

Es muss ja nicht immer Kölsch sein

Von Oliver Görtz, 06.09.10, 21:19h

Zwei Tage feierte das Agnesvirtel sein Straßenfest: Mit dabei war auch Sammy Orfgen, die mit ihren Liedern die Besucher begeisterte. Neu in diesem Jahr war ein Gebraucht-Fahrradmarkt, der die große Bühne vor der Agneskirche ersetzte.

Straßenfest
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Gemütlich speisen konnten die Besucher auf der Neusser Straße. (Bild: Görtz)
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Gemütlich speisen konnten die Besucher auf der Neusser Straße. (Bild: Görtz)
Innenstadt - Mitten zwischen den Besuchern standen die „3 Söck“, unterstützt von Sammy Orfgen, auf der Neusser Straße und sangen kölsches Liedgut. Keine große Bühne, keine phonstarke Tonanlage, keine ausufernde Lichtshow. Sie standen einfach auf der Straße, spielten ihre Lieder, und die schunkelnde Menschentraube um sie herum wuchs und wuchs und sang immer lauter mit. „Zurück zu den Wurzeln“, sei diesmal das Konzept des Stadtteilfests am Fuß der Agneskirche, erklärte Helmut Gymnich vom „Initiativkreis Agnesviertel“, der die zweitägige Feier auf der Neusser Straße organisiert hatte: schlichter, leiser, individueller.

Die große Bühne, die sonst auf dem Platz vor der Agneskirche aufgebaut wurde, ist ersatzlos entfallen. Dort fand nun ein Gebraucht-Fahrradmarkt statt. Stattdessen bauten sich die Musiker wie eben die „3 Söck“, Detlef Lauenstein oder die Mundartgruppe „Kallendresser“ auf der Straße vor den Kneipen auf, oder sie standen gar zwischen den Tischen der Lokale. „Auf anderen Veedelsfesten laufen die Gäste nur von Bühne zu Bühne“, sagte Gymnich. Dabei würden sie die Stände dazwischen aus den Augen verlieren.

Auf dem Mittelstreifen der Neusser Straße hatten die Veranstalter Biertische und auch einige Bänke aufgestellt. Dort konnten die Besucher die vielfältigen Speisen und Getränke der örtlichen Geschäfte zu sich nehmen, von denen viele einen Straßenverkauf eingerichtet hatten. Von Bratwürsten und Reibekuchen bis zu Honigspezialitäten und Flammkuchen mit Lachs wurde so einiges aufgetischt. Insgesamt 34 Verkaufsstände konnten die Besucher ansteuern.

Fast alle davon waren von lokalen Händlern. „Stände von externen Händlern mit Jogginghosen, Socken, Bettwäsche und anderer Schleuderware gehören der Vergangenheit an“, erklärten die Veranstalter. Einer der wenigen Stände, die nicht im Agnesviertel zu Hause sind, war eine Theke mit irischem und Münsterländer Bier. „Es muss ja nicht immer Kölsch sein“, sagte die Bedienung. Und eine Reihe von Gästen kamen und tranken doch tatsächlich bei einem kölschen Straßenfest nicht-kölsches Bier.

Zudem hatten die Bezirksvertretung Innenstadt und die Verwaltung einen verkaufsoffenen Sonntag für die Geschäfte entlang der Festmeile bewilligt, den die Besucher - es kamen mehrere Tausend - auch emsig nutzten.

Durch das Fernbleiben fast aller auswärtiger Geschäftsleute ist die Festmeile auch um einige Meter kürzer geworden. Ging es in den vergangenen zehn Jahren von der Agneskirche bis zum Ebertplatz, war nun etwa 50 Meter vor den Ringen Schluss. „Aber im kommenden Jahr werden wir vielleicht wieder die alte Länge erreichen“, sagte Gymnich. Auch künftig werden die Veranstalter vor allem auf die örtlichen Geschäftsleute setzen. Denn mit dem Fest will der „Initiativkreis Agnesviertel“ die „Zusammenarbeit innerhalb des Viertels stärken und den Gemeinschaftsgedanken fördern“, hieß es.



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