Von Heribert Rösgen, 06.09.10, 19:25h
Bei perfekten Rahmenbedingungen verzeichnete das Fest rekordverdächtige Besucherströme. Veranstalter Wilhelm von der Gathen und die Interessengemeinschaft Sülz schätzten, dass ungefähr 80 000 Menschen zum Fest kamen. Auf der Sülzburgstraße und der Berrenrather Straße war stellenweise kaum ein Durchkommen. Von Panik war keine Spur, dennoch hatten die Veranstalter nach der Duisburger Loveparade-Tragödie den Sicherheitsaspekten besondere Aufmerksamkeit gewidmet. „Wir haben mehr Personal eingesetzt. Hauptsächlich, um ein Signal zu geben, dass die Sicherheit der Besucher oberstes Gebot ist. Aber eigentlich gab die stets entspannte Atmosphäre hier in Sülz nie Anlass zu besonderen Vorsichtsmaßnahmen“, erklärte Wilhelm von der Gathen.
Platz zum TanzenTrotz des Andrangs blieb an der Kreuzung von Sülzburg- und Berrenrather Straße noch Platz genug zum Tanzen. Das Tanzzentrum Weißhausstraße gab Einblicke in sein Kursusangebot, das sich an Kinder, Jugendliche, Erwachsene, an Paare und Singles richtet.
Beim Großteil der Besucher war Spazieren, Schauen und auch Shoppen angesagt. Am Sonntag hatten die Läden geöffnet. Mit beeindruckender Vielfalt wechselte das Angebot der Buden und Stände. Hier gab es dekorative Metall-Tierchen fürs Wohnzimmer oder die Terrasse, die eher die Festbesucherinnen anzogen. Wenige Meter weiter waren es dann eher die Männer, die fasziniert den Autorennen auf einer Spielzeug-Rennbahn zuschauten. Aufmerksamkeit bei Kindern erregte eine Dame im Pippi-Langstrumpf-Kostüm, die mit bunten Luftballons Werbung für skandinavische Kinderbekleidung betrieb. Inhaberin Johanna Gruber, gebürtige Finnin war hellauf begeistert vom Andrang: „So kann ich mein Lädchen hier im Viertel schon mal richtig bekannt machen“. Die Eröffnung ihres Geschäfts „Jättefint“ ist zwar erst im Oktober, doch viele Eltern nutzten schon jetzt die Gelegenheit ihren Nachwuchs mit kunterbunten Shirts, Kleidern oder Stramplern auszustatten, die allesamt Ökosiegel tragen.
Viele örtliche Vereine, Initiativen und Parteien präsentierten sich ebenfalls. Im Gegensatz zu mancher Reibekuchen-Braterei oder Kölsch-Theke waren die Stände der Kölner Klimakampagne, der Stadtmission oder des VdK-Sozialverbands nicht unbedingt von Menschentrauben umlagert.
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