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Haushalts-Elektronik

Stromfresser im Abseits

Von Thomas Wüpper, 06.09.10, 21:02h, aktualisiert 07.09.10, 00:04h

Auf der Berliner IFA werden auch Haushaltsgeräte präsentiert. Umweltverbände werben für einen Umstieg auf stromsparende Geräte und fordern sogar eine Abwrackprämie für Kühlschränke. Die einst gute Effizienzklasse A ist derzeit die schlechteste auf dem Markt.

Stromsparen mit Haushaltsgerät
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Wer eine neue Waschmaschine oder einen neuen Kühlschrank mit geringem Stromverbrauch kaufen will, sollte auf das A++-Zeichen und demnächst auf A+++ achten. (Bild: dpa)
Stromsparen mit Haushaltsgerät
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Wer eine neue Waschmaschine oder einen neuen Kühlschrank mit geringem Stromverbrauch kaufen will, sollte auf das A++-Zeichen und demnächst auf A+++ achten. (Bild: dpa)
BERLIN - Zur Berliner Funkausstellung, auf der auch die Haushaltsgeräte-Industrie ihre Neuheiten präsentiert, rühren Umweltschützer die Werbetrommel für sparsame Kühlschränke und Gefriertruhen. „Bei rund 30 Millionen veralteten Kühlgeräten in Deutschland wäre ein flächendeckender Austausch ineffizienter Geräte ein großer Beitrag für den Klimaschutz, von dem alle profitierten“, heißt es im Aufruf der Kampagne „Energieeffizienz - jetzt“. In der Initiative haben sich der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Deutsche Umwelthilfe (DUH), das Öko-Institut, der Bundesarbeitskreis für umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) und der Deutsche Naturschutzring (DNR) zusammengeschlossen.

„Die Bundesregierung schiebt die überfällige Abwrackprämie zur Förderung des Austausches von Stromfressern seit Jahren auf die lange Bank“, kritisiert BUND-Experte Christian Noll. Das halten die Kritiker für einen großen Fehler. Denn in anderen Ländern wie den Niederlanden, Italien und Österreich seien solche Programme erfolgreich, betont DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen. So wuchs in der Alpenrepublik der Marktanteil der effizientesten Geräte mit dem Zeichen A++ rasch, zudem sanken durch die stärkere Nachfrage die noch relativ hohen Preise.

Der Kaufpreis allein indes sollte ohnehin nicht den Ausschlag geben. Entscheidend sind vielmehr die Kosten der gesamten Einsatzdauer des Geräts. Ein sparsamer A++-Kühlschrank verbraucht bis zu 50 Prozent weniger Strom als ein Gerät der A-Klasse, der mittlerweile schlechtesten Kategorie. In den letzten zwei Jahrzehnten ist der Verbrauch der besten Geräte sogar um zwei Drittel gesunken. Ein staatliches „Markteinführungsprogramm“ für die effizientesten Geräte würde den Austausch aber beschleunigen und wäre ein großer Beitrag zum Klimaschutz, so der Fachmann.

Scharf kritisiert die Initiative die verwirrende Kennzeichnung der Geräte. Über viele Jahre waren die Verbraucher an eine farbige Buchstabenskala gewöhnt, bei der die Kategorie A die besten Geräte markierte. Inzwischen ist diese Kategorie die schlechteste. Seit 1. Juli dürfen Kühlschränke mit dem Energie-Label B oder schlechter nicht mehr in der EU verkauft werden. Am 1. Juli 2012 muss auch die Klasse A aus dem Handel verschwunden sein.

Dafür gibt es nun die Einstufungen A+ (mindestens 20 Prozent weniger Stromverbrauch als A) und A++ (mindestens 40 Prozent weniger). Zudem soll A+++ folgen (mindestens 60 Prozent weniger). In der EU wird seit Jahren über eine neue einheitliche Kennzeichnung von Elektrogeräten gestritten. Gegen die geplante Rahmenrichtlinie machen aber unter anderen einige Hersteller von TV-Geräten mobil, deren Produkte besonders viel Energie verbrauchen.

Bereits mit früheren Aktionen sorgten die Umweltschützer für Aufsehen. So nahmen BUND-Tester zur IFA vor zwei Jahren das Sortiment von fünf Elektromarktketten, drei Versandhäusern und vier Online-Anbietern unter die Lupe. Das Ergebnis: Fast jede zweite Kühl-Gefrierkombination, die führende Händler anboten, war technisch veraltet und verbrauchte 50 Prozent mehr Energie als die modernsten Geräte.



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