Von Frank-Thomas Wenzel, 06.09.10, 21:02h, aktualisiert 07.09.10, 00:05h
Resch fordert die Bundesregierung deshalb dazu auf, endlich das „Kennzeichnungs-Wirrwarr“ zu beseitigen. Immerhin habe Schwarz-Gelb im Koalitionsvertrag festgelegt, das deutsche Mehrwegsystem zu schützen - vor allem mit einer gut erkennbaren Markierung der unterschiedlichen Gefäßtypen.
Die Bezeichnung „Pfandflasche“ ist aber nicht eindeutig. Sie wird von vielen Verbrauchern mit der Wiederverwendung der PET-Plastikflaschen in Verbindung gebracht. Für Pullen mit besagter Aufschrift wird aber das Einwegpfand erhoben, sie kommen nach einmaliger Benutzung in den Schredder. Das Material lässt sich einschmelzen, zum Teil werden daraus wieder Flaschen gemacht, zum Teil sind sie der Grundstoff beispielsweise für Fleece-Pullover.
PET-Mehrwegflaschen aus Plastik werden zwar auch irgendwann zerkleinert, zuvor werden sie aber bis zu 15 Mal befüllt, erläutert Roland Demleitner. Genau dies bringe den Vorteil für die Umwelt und den Klimaschutz, so der Geschäftsführer des Verbandes Privater Brauereien. Bei Glasflaschen sind sogar bis zu 50 Umläufe möglich.
Wirrwarr bei den KennzeichnungenEs hapert bei der Kennzeichnung. Viele Mineralbrunnen etwa verwenden zwar ein rundes Mehrweg-Logo, doch das ist nicht bindend. Coca-Cola beispielsweise verzichtet darauf. Auf der Rückseite der Etiketten steht stattdessen in kleiner Schrift: „Mehrwegflasche - Pfand zurück.“ Bei den Einweg-Gefäßen wird zwar das Logo der Deutschen Pfandsysteme (stilisierte Flasche und Dose und gekrümmter Pfeil) verwendet. „Doch viele Konsumenten wissen gar nicht, was es bedeutet“, so Demleitner, der die gegenwärtige Praxis als „bewusste Täuschung der Konsumenten“ bezeichnet.
Und was macht die Politik? „In der Theorie bekennt sich die Bundesregierung nach wie vor zu Mehrweg“, erläutert Resch. Praktisch fehle aber der Mut zu „effektiven Kennzeichnungsregeln“. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) plante, dass die Getränkehersteller bindend entweder „Einweg“ oder „Mehrweg“ auf Flaschen und Dosen aufdrucken. Doch die EU-Kommission sieht darin Handelshemmnisse für den Binnenmarkt - Importeure müssten für den deutschen Markt nämlich spezielle Etiketten verwenden.
Wissen ist Macht...
07.09.2010 | 12.02 Uhr | dieter_schroeppcke
...denn wer aufgrund des Pfand-Bezahlens meint dass die Verpackung automatsich mehrfach verwendet wird, irrt eben nun mal. Eine Erhöhung des…
Der arme, arme Verbraucher
07.09.2010 | 11.00 Uhr | A-Jay
... ist verwirrt.
Ist aber auch schwierig, das Einweg-Logo auf der Flasche zu sehen. Gar nicht so einfach. Das ist für so einen einfachen, normalen…
Mehrweg interessiert keinen
07.09.2010 | 10.32 Uhr | rats
Wenn ich die Masse an Plastikflaschen sehe, die Tag für Tag zu den Sammelautomaten gebracht werden, kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, daß…
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