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Pilotprojekt

Wie man Ärzte nach Chorweiler holt

Von Beatrix Lampe, 06.09.10, 22:20h, aktualisiert 06.09.10, 22:55h

Die medizinische Versorgung in sozial schwachen Stadtteilen zu schließen, ist das Ziel eines Pilotprojekts. Damit will die Gesundheitskonferenz der Stadt etwa den Mangel an Fachärzten in Chorweiler beheben.

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Mit einem Pilotprojekt soll die medizinische Versorgung in sozial schwachsen Vierteln geschlossen werden. (Symbolbild: ddp)
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Mit einem Pilotprojekt soll die medizinische Versorgung in sozial schwachsen Vierteln geschlossen werden. (Symbolbild: ddp)
Chorweiler - Wenn Menschen in Köln erkranken und fachärztliche Hilfe brauchen, macht es einen großen Unterschied, wo sie wohnen. In Stadtteilen wie Chorweiler ist das Facharzt-Angebot weit dünner als beispielsweise in Lindenthal. Entsprechend lange Wartezeiten oder lange Wege müssen Kranke in Kauf nehmen, wenn sie spezielle Hilfe brauchen. Die nach Einschätzung des Gesundheitsamtes „sehr ungleiche ärztliche Versorgung“ in verschiedenen Bezirken hat die Stadt veranlasst, ein Pilotprojekt ins Leben zu rufen. Eine Arbeitsgruppe der Kommunalen Gesundheitskonferenz befasst sich mit einem Konzept, wie am Beispiel des Stadtbezirks Chorweiler die Ärztedichte erhöht und fachärztliche Versorgungslücken geschlossen werden können.

In einer Mitteilung zur September-Sitzung des Gesundheitsausschusses schildert die Verwaltung die schwierige Suche nach neuen Wegen: „Gerade in einem sozialen Umfeld, in dem hoher Versorgungsbedarf besteht, sind die Patienten am schwierigsten zu erreichen“, sagt die Ärztin Anne Bunte, Leiterin des Gesundheitsamtes. Patienten in Meschenich oder Chorweiler seien oft nicht so mobil, sich zum Arztbesuch auch nur ein paar Busstationen weiter zu begeben. Und weil im sozial benachteiligten Umfeld fast ausschließlich Kassenpatienten leben, können Fachärzte nicht zur Ansiedlung bewegt werden - ohne Privatpatienten lassen sich die enorm hohen Praxiskosten nicht stemmen.

Zusätzliche Anreize

Auf die so genannte kleinräumige Bedarfsplanung, die derzeit in der kassenärztlichen Vereinigung diskutiert wird, will das Kölner Projekt nicht warten. Dieser Weg biete „eher eine mittelfristige - und zudem unsichere - Perspektive“. Die Arbeitsgemeinschaft konzentriert sich darauf, zusätzliche Anreize für ärztliche Niederlassungen in dieser Stadtregion zu schaffen.

Gedacht sei an die Kooperation mehrerer Ärzte und Ärztinnen verschiedener Fachrichtungen in einer Praxisgemeinschaft oder einem Ärztehaus, das an einem zentralen, leicht zugänglichen Ort in Chorweiler liegen sollte. „Das könnte eine internistische Praxis sein, in der wöchentlich stundenweise auch Fachärzte wie Urologen, Orthopäden, Hals-Nasen-Ohrenärzte arbeiten“, sagt Bunte. Beispiele dafür gebe es im ländlichen Raum.

Damit das „unter den realen Bedingungen vor Ort“ klappt - also mit fast ausschließlich Kassenpatienten und zudem vielen Menschen aus schwierigen sozialen Verhältnissen - müssen unter anderem die Mietpreisbedingungen stimmen. Die Stadt will dazu beitragen, dass Patienten das Angebot auch wahrnehmen. So könnte im Rahmen des städtischen Sozialraumkonzeptes etwa eine Kinderbetreuung für Familien mit mehr als einem Kind während des Arztbesuches eingerichtet werden. Die in Chorweiler schon tätigen Mediziner sollen in die Entwicklung des Konzepts einbezogen werden.



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