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Verkehrskalender soll Staus vermeiden

Von Peter Berger und Matthias Pesch, 06.09.10, 22:08h, aktualisiert 28.10.10, 13:49h

Seit Donnerstag ist der „Kölner Verkehrskalender“ online, mit dem die Stadt Autofahrern helfen will, lästige Staus zu umgehen. Auf der Internetseite werden außer Baustellen auch Behinderungen aufgrund von Großveranstaltungen aufgelistet.

Autos im Stau
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Die Cäcilienstraße ist eine der Verkehrsachsen, die die Geduld der Autofahrer oft auf die Probe stellt. (Bild: Bause)
Autos im Stau
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Die Cäcilienstraße ist eine der Verkehrsachsen, die die Geduld der Autofahrer oft auf die Probe stellt. (Bild: Bause)
Köln - Der „Kölner Verkehrskalender“ ist fertig und soll im Oktober vorgestellt werden. Der komplett erneuerte Internetauftritt ist eines der Instrumente, mit denen die Stadt die zahlreichen Staus zumindest entschärfen will, die für zehntausende Autofahrer täglich zur Gedulds- und Nervenprobe werden. „Es geht darum, die Verkehrsteilnehmer in die Lage zu versetzen, für sich die günstigste Strecke oder auch das beste Verkehrsmittel zu wählen“, sagt Klaus Harzendorf, Leiter des Amtes für Straßen und Verkehrstechnik.

In dem auf der städtischen Internetseite angesiedelten Kalender sollen nach seinen Worten mit Vorlauf eines Jahres alle Großveranstaltungen und Baustellen aufgelistet werden - und zwar täglich aktualisiert, gegebenenfalls mit den jeweiligen Sperrungen. Die Darstellung sei „anwenderfreundlicher“ als die bisherigen reinen Textinformationen: mit Karten, Piktogrammen, Bildern. „Der Kalender soll eine einfache Orientierungshilfe für alle Verkehrsteilnehmer bieten,“ sagt der Amtsleiter.

Viele veraltete Ampelanlagen in der City

Mit der schrittweisen Erneuerung alter Ampelanlagen will die Stadt vom nächsten Jahr an zudem eine der wesentlichen Stauursachen angehen. Rund 170 der insgesamt etwa 900 Anlagen sind nach Angaben von Hartmut Sorich vom Amt für Straßen und Verkehrstechnik älter als 25 Jahre, 70 weitere haben schon mehr als 20 Jahre auf dem Buckel - die durchschnittliche Lebensdauer liege bei 15 bis 20 Jahren. „Gerade in der Innenstadt haben wir viele veraltete Steuergeräte“, so Sorich.

Deren Problem: Sie seien „wenig flexibel“, hätten oft nur eine feste „Umlaufzeit“ von 110 Sekunden (das ist die Zeitspanne vom Beginn einer Grünphase bis zum Ende der nächsten Rotphase), und sie könnten nicht verkehrsabhängig geschaltet werden. „Da versprechen wir uns von dem vom Rat beschlossenen Erneuerungsprogramm in naher Zukunft deutliche Verbesserungen“, so Sorich.

Pro Jahr sollen nach seinen Angaben zwischen 35 und 45 Anlagen ausgetauscht werden; rund 1,5 Millionen Euro investiere die Stadt in jedem Jahr. In der ersten Runde seien beispielsweise vier Anlagen auf der Venloer Straße an der Reihe, jeweils 13 auf dem südlichen Gürtel und den nördlichen Ringen, sieben auf dem Hohenstaufenring. Auf der Boltensternstraße und der Rheinuferstraße, die gerade eine neue Fahrbahndecke bekommen haben, sollen die Ampeln bereits bis März nächsten Jahres stehen.

Aus Sicht des ADAC gibt es in Köln auf vier Hauptverkehrsachsen Verbesserungsbedarf. Besonders ärgerlich sei die Lage am Clevischen Ring in Mülheim. „Dort hat die Stadtverwaltung eigens ein Gutachten in Auftrag gegeben, um durch eine verbesserte Ampelschaltung die Belastung durch Feinstaub und Stickoxide zu senken“, sagt ADAC-Sprecher Roman Suthold. Die erforderlichen Investitionen seien von der Politik abgelehnt worden. „Man gewinnt den Eindruck, dass alles, was den Verkehr flüssiger gestalten soll, nicht erwünscht ist.“ Das habe offenbar rein ideologische Gründe.

Zwischenlösung für die Luxemburger Straße

Für die stark belastete Kreuzung Luxemburger Straße / Militärring müsse es eine Zwischenlösung geben, bis die bauliche Trennung von Straße und Schiene umgesetzt sei. Suthold: „So lange muss die Vorrangschaltung für die KVB entschärft werden, die Bahn im normalen Ampelzyklus mitfahren. Dann würden die Autofahrer nicht mehr unnötig im Stau stehen.“ An der Kreuzung Luxemburger Straße / Weißhausstraße führe der KVB-Vorrang dazu, dass dort viel zu schnell gefahren werde, um in der Grünen Welle zu bleiben. Das erhöhe das Unfallrisiko. Auch auf der Rheinuferstraße ist die Grüne Welle aus Sicht des ADAC noch nicht optimal.

Die Stadt Köln müsse mehr Geld in die Optimierung der Ampelanlagen stecken. „1,5 Millionen Euro sind zu wenig“, sagt Suthold. Die Stadt Düsseldorf investiere jährlich das Doppelte und habe in den vergangenen fünf Jahren zusätzlich fünf Millionen Euro bereitgestellt, um das Verkehrsmanagement auszubauen. „Bis auf wenige alte Hunde werden bei uns alle 600 Ampeln inzwischen zentral gesteuert“, sagt der Düsseldorf Verkehrsplaner Roland Hahn. Grüne Welle und flüssiger Verkehr seien nicht nur weniger belastend für die Umwelt sondern auch ein Standortvorteil im Wettbewerb der Großstädte.



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