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Fluggesellschaft

British Airways auf Shoppingtour

Von Frank-Thomas Wenzel, 07.09.10, 18:22h

Die britische Fluggesellschaft British Airways will das Jahr 2010 als drittgrößtes Flugunternehmen der Welt beenden. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg. Konzernchef Walsh geht daher auf Shoppingtour. Im Visier: Ganze zwölf Konkurrenten.

Air Berlin
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Air Berlin, die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft, ist ein Wunschkandidat des britischen Lufthansa-Konkurrenten BA. (Bild: dpa)
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Air Berlin, die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft, ist ein Wunschkandidat des britischen Lufthansa-Konkurrenten BA. (Bild: dpa)
FRANKFURT – Willie Walsh will im Dutzend einkaufen. Der Chef von British Airways (BA) hat sich gleich zwölf Fluggesellschaften ausgeguckt, die er gerne kaufen würde. Darunter auch die hiesige Nummer zwei, Air Berlin, und die australische Qantas.

Von Analysten und Börsianern gab es dafür kräftig Applaus. Die BA-Aktie legte an der Londoner Börse zeitweise mehr als 2,6 Prozent zu - obwohl Zweifel an Walshs Ansage angebracht sind. Schließlich hat es der Manager mit einer Großbaustelle zu tun. Die BA will sich mit der spanischen Iberia bis Ende des Jahres zur weltweit drittgrößten Fluggesellschaft zusammentun. Bis die neue Dachgesellschaft, die International Airlines Group (IAG), tatsächlich das Unternehmen steuert, ist noch viel zu tun. Schließlich wurden beide Airlines von der Branchenkrise im vorigen Jahr heftig gebeutelt.

„Walsh lässt einen Luftballon steigen, um die BA in die Schlagzeilen zu bringen“, meint ein Branchenkenner. Der BA-Chef räumt denn auch ein, dass er noch keine Gespräche geführt hat, aber einige der Transaktion ließen sich zügig umsetzen.

Dass der Aktienkurs steigt, hängt damit zusammen, dass der BA-Chef ausspricht, was erstens extrem plausibel ist und was zweitens die Entwicklung der Branche in den nächsten Jahren bestimmen dürfte. Walsh hat neben Air Berlin, die ohnehin der von der BA dominierten Airline-Allianz One World beitreten will, und Quantas, das Unternehmen wollte er schon 2008 einmal übernehmen, vor allem Gesellschaften in Wachstumsmärkten wie Brasilien, China und Indien im Blick. Auch American Airlines und Finnair interessieren ihn.

Verzettelt sich der BA-Chef total? Im Gegenteil. Walsh kündigt an, worüber auch Lufthansa- oder Air-France-Manager nachdenken, was aber bislang eine große Seltenheit in der Branche war: Transkontinentale Übernahmen. „Fusionen dieser Art werden kommen. Die Konsolidierung der Branche ist längst nicht abgeschlossen.“, sagt Philipp Goedeking vom Beratungsunternehmen Airconomy.

Der Hintergrund: Langstreckenflüge sind das profitabelste Geschäft in der Fliegerei. „Die Auslastung muss aber stimmen, 80 Prozent sind ein guter Wert“, erläutert Martin Gaebges, Generelsekretär des Branchenverbandes Barig.

Damit die Kalkulation stimme, brauche es ein attraktives Netz mit Kurzstreckenflügen, die Fluggäste zu den großen Drehkreuz-Flughäfen wie Frankfurt zu bringen. Bei einer Airline wie der Lufthansa kommen in Frankfurt rechnerisch auf einen Langstreckenflug etwa 50 Zubringerflüge. Das gilt auch für den Zielort: Fliegt die Iberia nach Santiago de Chile, sind Anschlussverbindungen wichtig, um die Fluggäste in Chile und in Nachbarländer zu verteilen. Walsh will ein möglichst großes Netz knüpfen - über die Kontinente hinweg.



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