Schriftgröße

St. Elisabeth

Rechtzeitig den Krebs aufspüren

Von Tanja Wessendorf, 08.09.10, 12:47h, aktualisiert 08.09.10, 12:49h

Das Brustzentrum des St. Elisabeth-Krankenhauses hatte Elke Heidenreich zur Lesung geladen und stellte die Arbeit einer „Medizinischen Tastuntersucherin“ vor. Schnell war klar: Es wird eine lustige Veranstaltung.

Katrin Karsten
Bild vergrößern
Katrin Karsten ist ausgebildete Medizinische Tatuntersucherin. (Bild: Wessendorf)
Katrin Karsten
Bild verkleinern
Katrin Karsten ist ausgebildete Medizinische Tatuntersucherin. (Bild: Wessendorf)
HOHENLIND - „Ganz sicher werden Sie von mir nichts über Krankheit hören. Ich werde Ihnen etwas Lustiges vorlesen, weil ich selber weiß, wie traurig man da oben auf den Zimmern liegt.“ Mit diesen Worten hat Elke Heidenreich die Gäste beim Tag der offenen Tür im Brustzentrum des St. Elisabeth-Krankenhauses in Hohenlind begrüßt.

Vor acht Jahren lag die Schriftstellerin und Literaturkritikerin selbst in diesem Krankenhaus. Die Diagnose: Brustkrebs. Sie wurde erfolgreich von der Chefärztin Dr. Claudia Schumacher behandelt und unterhielt die Gäste und Patienten nun aus Dankbarkeit, wie sie sagte. „Ich hab den Krebs zwar überwunden, aber noch immer Angst, dass er an einer anderen Stelle wieder auftauchen könnte“, sagte sie und das Publikum nickte. Vor- und Nachsorge seien deshalb sehr wichtig.

In Deutschland erkranken jährlich rund 60 000 Frauen an Brustkrebs. Im Kölner Brustzentrum in Hohenlind werden pro Jahr etwa 700 Operationen durchgeführt. Es gilt als zweitgrößtes Zentrum dieser Art in Deutschland und beteiligt sich an zahlreichen wissenschaftlichen Studien. Leitsatz der Einrichtung ist der Dreiklang „Erkennen. Behandeln. Begleiten.“ Ganz neu angeschafft werden soll ein modernes Ultraschallgerät, für das der Förderverein des St. Elisabeth-Krankenhauses 75 000 Euro gespendet hat. Den Scheck überreichte Karl Axer, Vorsitzender des Fördervereins, an Chefärztin Dr. Claudia Schumacher.

Ganz neu dabei beim Tag der offenen Tür war Katrin Kasten, eine von der Ärztekammer geprüfte Medizinische Tastuntersucherin (MTU). An ihrem Stand stellte die hochgradig sehbehinderte junge Frau einen neuen Beruf vor: Sehbehinderte oder Blinde, die in Zusammenarbeit mit den Arztpraxen oder den Krankenhäusern Brüste untersuchen. „Weil wir viel besser fühlen und spüren können, ertasten wir Veränderungen schneller als normale Ärzte“, erklärte Katrin Kasten.

In einer neunmonatigen Schulung hat sie sich zur Tastdiagnostikerin der weiblichen Brust weitergebildet und zu ihrem guten Tastsinn das nötige medizinische Fachwissen angeeignet. MTUs sollen sowohl in der Frühdiagnostik als auch in der Nachsorge eingesetzt werden. Sie können Veränderungen und Abweichungen vom normalen Gewebe in den verschiedenen Ebenen der Brust genau lokalisieren. Die Weiterbildung wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert. Katrin Kasten hat ihre Ausbildung im Berufsförderungswek Düren vor kurzem beendet und sucht nun einen Arbeitsplatz.

Außer Expertenvorträgen zu zentralen Aspekten der Prävention, Diagnostik und Therapie von Brustkrebs, gab es beim Tag der offenen Tür auch einen Tango-Tanzkursus, Nordic Walking im Stadtwald, eine Kunstausstellung, einen Schminkkursus und eine Modenschau für spezielle Unterwäsche mit Silikoneinlagen.

Weitere Informationen zum

St. Elisabeth-Krankenhaus:

02 21 / 4 67 70

Kontakt zu MTU Katrin Kasten:

per E.Mail:

zirke@ausb.bfw-dueren.de

0 24 21 / 59 82 11

 www.hohenlind.de



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


Anzeige


WAS.WANN.WO.


Anzeige


Bildergalerien


Das Musik-Event 2011


Neue ksta.tv-Videos aus Köln


Top-Links (Anzeige)


Serie



Serie



Stadtmenschen Community


Forum


ksta.de auf Facebook

KSTA auf Facebook