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Grundschule

„Zirkus“ steht auf dem Stundenplan

Von Marco di Lenarda, 08.09.10, 15:44h, aktualisiert 14.09.10, 10:25h

Eine Zirkus-Arena im Keller: Die Zweitklässler aus der Longericher Hauptstraße hatten bei ihren ersten Artistik-Übungen großen Spaß. Der Jugendzirkus des Lino-Clubs und die Grundschule arbeiten fortan zusammen.

Longericher Hauptstraße
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Die Zweitklässler aus der Longericher Hauptstraße hatten bei ihren ersten Artistik-Übungen großen Spaß. (Bild: Di Lenarda)
Longericher Hauptstraße
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Die Zweitklässler aus der Longericher Hauptstraße hatten bei ihren ersten Artistik-Übungen großen Spaß. (Bild: Di Lenarda)
LONGERICH - Eine Pyramide aus Menschen zu „bauen“, ist gar nicht so einfach. Wenn der eine auf den Rücken des anderen klettert, ist es ist zum Beispiel ganz wichtig, erst das eine und dann das andere Bein nach oben zu ziehen. Um das Gewicht zu verteilen. Zudem müssen alle auf einen Vorturner hören, der die Kommandos gibt. Und schließlich darf der Artist sich auf keinen Fall auf die Wirbelsäule seines Partners stellen. Schließlich soll sich niemand verletzen.

Jeder darf entscheiden

Gleich bei ihrer ersten Artistikstunde versuchten sich die Zweitklässler der Katholischen Grundschule Longericher Hauptstraße als Nachwuchsakrobaten. Unter Anleitung von Nadine Blaich, Pädagogin des Kinder und Jugendzirkus' „Linoluckynelli“, bildeten einige von ihnen eine kleine Pyramide. Dabei legte Blaich Wert auf Freiwilligkeit. Sie sagt: „Jeder darf selbst entscheiden, ob er eine Übung mitmacht. “

Seit diesem Schuljahr besteht zwischen der Longericher Grundschule und dem Jugendzirkus des Lino-Clubs eine besondere Kooperationsvereinbarung. Einen Tag pro Woche gestalten die ausgebildete Zirkuspädagogin Blaich und die Klassenlehrerin der 2b, Monika Tsomplektsis, gemeinsam. Tsomplektsis' Klasse gehört zum „gebundenen Ganztag“. Das bedeutet, dass der Schultag von 8 bis 16 Uhr dauert und die Teilnahme für alle Schüler verbindlich ist. Er beginnt etwa mit Deutsch und Mathe. Dann stehen zwei Zirkus-Einheiten mit Jonglage, Balance-Übungen und Zauberei an, bevor es wieder zum Regelunterricht zurückgeht.

Gängige Schulfächer und Zirkusstunden wechseln sich jeden Donnerstag in einem festen Rhythmus ab. Und am Ende des Tages sprechen die Kinder in einem Zirkusrat darüber, was ihnen sehr gut gefallen hat und was sie gar nicht toll fanden. „Der Wechsel lockert den langen Schulalltag auf. In spielerischer Form entwickeln sich die Kinder hier motorisch und auch sozial weiter“, erklärt Schulleiterin Regina Merkl.

Bei diesem stadtweit einmaligen Projekt stehen die unterschiedlichen Angebote jedoch nicht in Konkurrenz zueinander. Klassenlehrerin Tsomplektsis und Zirkuspädagogin Blaich werden ihren jeweiligen Unterricht verzahnen. Im Fach Kunst malen die Schüler künftig etwa Löwen und Elefanten, lesen in Deutsch spannende Clown-Geschichten oder erfahren im Sachunterricht, wo die Tiere in freier Wildbahn leben. Die Kinder sind begeistert und können es kaum erwarten, in die vielen spannenden Rollen des Zirkuslebens zu schlüpfen. Eine Figur fasziniert sie besonders. Ella (6) und Ben (7) sind sich einig: „Wir möchten gern lernen, wie man einen Clown spielt.“ Und Ben weiß auch schon ganz genau, was er dann vorhat: „Ein Clown darf immer so schön unverschämt sein und anderen Leuten Nudeln mit Sauce überkippen.“

Möglich gemacht hat die Zusammenarbeit der Lino-Club, der die Honorarkosten der Zirkuspädagogin übernimmt und auch den Raum ganz neu gestaltet hat. Mit Unterstützung der Mittwochsmaler von der Offenen Tür Lucky's Haus in Bilderstöckchen verwandelten die Mitarbeiter von Linoluckynelli den Kellerraum in nur zwei Tagen in eine bunte Zirkuswelt mit Wandmalerei, einer Popcorn-Maschine und wilden Stofftieren. Die Schule profitiert davon doppelt und nutzt den Raum während der zirkusfreien Zeit beispielsweise für die Leseförderung in Kleingruppen.



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