Von Stephan Kaufmann, 09.09.10, 23:17h
„Ein Grund für die Verbesserung Deutschlands ist, dass der Arbeitsmarkt flexibler geworden ist“, sagte die Expertin des Weltwirtschaftsforums, Margareta Drzeniek. „Die Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern, die ohnehin schon gut war, hat sich noch einmal verbessert.“ Durch Lohnverzicht wurden im Krisenjahr 2009 Massenentlassungen verhindert, Kosten gedrückt und die Basis für den derzeitigen Aufschwung gelegt. Ein großer Pluspunkt sind gute Netze für Verkehr, Telefon und Stromversorgung (Platz zwei weltweit).
"Schwierige Lohnfindung"Änderungen im Steuerrecht bewirkten zudem, dass Investitionen und Arbeit nicht mehr so stark belastet würden wie bisher, sagte Drzeniek. „Positiv ist auch, dass sich Deutschland in der Krise nicht so stark verschuldet hat wie andere Industrieländer.“ Als Standortnachteil empfindet das Forum die schwierige Lohnfindung und den hohen Kündigungsschutz. „Beides verhindert Neueinstellungen“, sagte sie.
Dennoch dürfte es für andere Staaten schwer werden, gegen den „Standort D“ Erfolge auf dem Weltmarkt zu erzielen - insbesondere für jene Euro-Krisenstaaten, die dringend Exporterfolge erzielen müssen, um sich zu sanieren. So findet sich Irland auf Platz 29, weiter hinten folgen Spanien (42), Portugal (46) und abgeschlagen Griechenland (83).
Die OECD hat unterdessen in ihrem neuen Wirtschaftsausblick bestätigt, was alle erwarten und auch ein wenig befürchtet haben: Die globale wirtschaftliche Erholung in den Industriestaaten verliert derzeit an Kraft - und dies schneller als erwartet. Früh- und Stimmungsindikatoren fallen ab, das Wachstum der Industrieproduktion lässt ebenso nach wie das des Welthandels. Denn - so der Industrieländer-Club - hohe Arbeitslosigkeit und hohe Schulden dämpfen den privaten Konsum. Zudem halten sich hartnäckig Zweifel an der Solidität des Bankensystems wie auch der Staatsfinanzen, besonders in Südeuropa.
Im dritten Quartal erwartet die OECD für die G7-Staaten nur noch ein aufs Jahr hochgerechnetes Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent nach 3,2 Prozent zu Beginn dieses Jahres. (mit rtr)
Nachdenklich...
10.09.2010 | 20.00 Uhr | Olean
Ja, und um welchen Preis?
Europas Problem
10.09.2010 | 15.41 Uhr | Kalter Kaffee
Europa stöhnt wegen der Lohndrückerei in Deutschland, da Griechenland & Co. ihre Produkte nicht mehr verkaufen können.
Die deutschen Arbeitnehmer…
Weiter so ...
10.09.2010 | 09.09 Uhr | Quatschkopf68
... und wenn wir uns dann auf das Niveau der USA begeben wollen: Dort gibt es zig Millionen Menschen, die so arm sind wie in den schlimmsten…
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