Schriftgröße

Kommentar zu Oberst Klein

Ein verheerendes Signal

Von Markus Decker, 12.09.10, 22:28h

Genau ein Jahr nach dem tödlichen Luftangriff von Kundus mit über 100 Toten wird der damals Befehl gebende Oberst Klein befördert und bekommt mehr Gehalt. Dies grenzt an Zynismus - und ist ein Schlag ins Gesicht der Angehörigen der Opfer.

Oberst Georg Klein
Bild vergrößern
Oberst Georg Klein. (Bild: dpa)
Oberst Georg Klein
Bild verkleinern
Oberst Georg Klein. (Bild: dpa)
Ein Jahr nach dem Luftangriff von Kundus, bei dem weit über 100 Menschen starben, ist dessen Aufarbeitung nahezu abgeschlossen. Dass dies mit einer Gehaltserhöhung für den Befehl gebenden Oberst Georg Klein endet, grenzt an Zynismus. Klein erhält jetzt mit monatlich 6.635 Euro nahezu doppelt so viel, wie die Angehörigen der Opfer für einen toten Zivilisten. Sie bekommen einmalig 3.900 Euro. Natürlich hinkt der Vergleich. Doch zeigt er, dass hier die Relationen nicht stimmen. Klein ist eine tragische Figur. Als er den Befehl zum Angriff gab, war er persönlich überfordert. Schließlich hatte er bereits mehrere Männer verloren und sich in einer Extremsituation zu bewähren, die er nicht kannte - im Krieg. Freilich geht es um das Signal an die Afghanen und in die Bundeswehr hinein. Die Afghanen werden durch die Gehaltserhöhung unnötig provoziert. Und die Truppe empfängt das Signal: Du kannst ruhig Regeln brechen, es wird Dir vielleicht sogar nützen. Das ist verheerend.

Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Anzeige


Hintergrund


Der satirische Wochenrückblick


Kölner Stadt-Anzeiger auf dem iPad


Bildergalerien


Kolumne


Kolumne


Kolumne


Kolumne


Kolumne


Die andere Meinung


Dienste