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Eric Schmidt auf der IFA

Als nächstes kommt Google-TV

Erstellt 08.09.10, 13:19h, aktualisiert 08.09.10, 14:16h

Zum Abschluss der IFA sprach Google-Chef Eric Schmidt über die neuen Pläne des Konzerns. Sicher ist: Ab kommendem Jahr bringt Google das Internet ins Fernsehen. Gearbeitet wird an einem neuen Spracherkennungsprogramm fürs Handy.

Google-Vorstandschef
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Google-Vorstandschef Eric Schmidt auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin. (Bild: dpa)
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Google-Vorstandschef Eric Schmidt auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin. (Bild: dpa)
Berlin - Ein Auftritt in Berlin ist für Google-Chef Eric Schmidt nicht gerade ein Heimspiel. In keiner anderen Hauptstadt musste der Suchmaschinengigant soviel Kritik an neuen Diensten wie Google Street View einstecken wie in Berlin.

Doch beim Auftritt auf dem Berliner Messegelände zum Abschluss der IFA agiert der Konzernchef so, als sei Google auch in Deutschland der Liebling der Massen. Und mit der Zeit würden die Deutschen auch den viel gescholtenen Fotoatlas Street View schätzen lernen. „Die meisten Menschen werden diesen Dienst lieben.“

Google entwickelt neues Spracherkennungsprogramm

Schmidt nutzte seine „Keynote“ unterm Funkturm, um dem Publikum einen Blick in die Entwicklungslabors von Google zu ermöglichen. So soll es für Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android ein Programm geben, das eine gesprochene Konversation Satz für Satz erkennt und übersetzt. „Wir kommen mit dieser App einem Menschheitstraum nahe, Kommunikation in Echtzeit übersetzen zu können.“ Die Bedeutung der Spracherkennung werde ständig wachsen. Schon heute würden ein Viertel aller Suchanfragen von einem mobilen Gerät in gesprochener Sprache abgesetzt.

Google TV bringt das Internet ins Fernsehen

Als Wachstumsfeld hat Google außerdem das heimische Wohnzimmer ausgemacht. Dort soll der Dienst Google TV genutzt werden, der einen Webbrowser mit einer Google-Suche auf den Fernseher bringt. „Bei Wettbewerbern sieht man nur 20 oder 30 kleine Programme auf den TV- Gerät“, sagte Brittany Bohnet, die Produktmanagerin für Google TV. „Bei uns gibt es das volle Web sowie zehntausende Apps aus dem Android Market.“

Damit die Google-Dienste jedoch ihren vollen Nutzen entfalten, müssen die Anwender mehr oder weniger Informationen von sich preisgeben. Für personalisierte Vorschläge zum TV-Programm müssen sich die Besitzer eines Google TV in das System einloggen. Und eine auf die persönlichen Vorlieben des Anwenders zugeschnittene Suche im Web sei umso besser, je größer die Ausgangsbasis sei. „Letztlich geht es buchstäblich um alle Ihre Informationen - E-Mail, Sachen, die Ihnen am Herzen liegen - mit Ihrer Erlaubnis natürlich.“

Deutsche haben besondere Datenschutz-Bedürfnisse

In kleinerer Runde räumt der Google-Chef ein, dass sein Unternehmen sich bewusst sei, dass die Menschen in Deutschland besondere Datenschutz-Bedürfnisse haben. Dies habe Google auch bei der Einführung von Street View berücksichtigt. „In keinem anderen Land haben wir die Option eingeräumt, noch vor dem Start des Dienstes Bilder löschen zu lassen.“ Die skeptische Haltung der Deutschen werde sich aber ändern.

Einer Horrorvision der Datenschützer tritt Schmidt in Berlin aktiv entgegen: Google werde kein Gesichtserkennungsprogramm auf das Handy bringen, mit dem man Passanten auf der Straße identifizieren und mit Informationen aus dem Web verknüpfen können. „Das ist zum einen illegal. Außerdem wäre das zu gruselig.“

„Der Computer wird in allem gut sein“

Insgesamt vertritt Schmidt aber glasklar die Vision, dass sich Computer - vor allem im Handy - tief in das Leben der Menschen einmischen werden. Die Menschheit stehe dank der Technologie vor einer „Goldenen Ära“, versprach der Google-Chef. „In der Zukunft vergessen Sie nichts - weil der Computer sich alles merkt.“ Jeder könne jederzeit alles erfahren. Und man werde sich auch nie wieder verirren. „Der Computer wird in allem gut sein, was wir nicht so gut können.“ Das funktioniere eben aber nur, wenn man die Maschinen mit möglichst vielen Informationen füttere.

(dpa)

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