Schriftgröße

Chronologie

Das Großprojekt Stuttgart 21

Erstellt 27.08.10, 14:54h

Stuttgart 21 _ Demo
Bild vergrößern
Sitzblockade vor dem Stuttgarter Bahnhof. (Bild: rtr)
Stuttgart 21 _ Demo
Bild verkleinern
Sitzblockade vor dem Stuttgarter Bahnhof. (Bild: rtr)
STUTTGART - Erste Pläne für eine Tieferlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs wurden im April 1994 vorgestellt. dpa dokumentiert die wichtigsten Etappen der vergangenen Jahre:

April 1994: Bahnchef Heinz Dürr stellt das Projekt Stuttgart 21 mit der Tieferlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofes vor.

Januar 1995: Eine Studie bescheinigt die technische Machbarkeit. Umweltschützer und Grüne kritisieren das Projekt.

November 1995: Bahn, Bund, Land und Stadt unterzeichnen eine Rahmenvereinbarung, in der auch die Finanzierung des auf fünf Milliarden D-Mark veranschlagten Projekts festgelegt wird.

November 1997: Das Düsseldorfer Architektenbüro von Christoph Ingenhoven erhält den Zuschlag für den Umbau in einen Durchgangsbahnhof mit Lichtaugen.

Juli 1999: Der Aufsichtsrat der Bahn stellt alle Großprojekte auf den Prüfstand - auch Stuttgart 21.

Oktober 2001: Das Planfeststellungsverfahren beginnt.

Dezember 2001: Die Stadt kauft der Bahn für 459 Millionen Euro Grundstücke am Stuttgarter Hauptbahnhof ab.

Februar 2005: Das Eisenbahn-Bundesamt erteilt die Baugenehmigung für die Umwandlung des Bahnhofs.

April 2006: Das oberste Verwaltungsgericht Baden-Württembergs weist drei Klagen gegen den geplanten Umbau des Hauptbahnhofs ab.

Oktober 2006: Der Bund vertagt die Entscheidung über seine Beteiligung an dem 2,8 Milliarden Euro teuren Bahnhofsvorhaben.

November 2006: Aus Bahnkreisen verlautet, der Umbau des Bahnhofs und dessen Anbindung an die Neubaustrecke nach Ulm könne wegen Baukostenrisiken bis um eine Milliarde Euro teurer werden.

Februar 2007: Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg weist vier Klagen gegen den Fildertunnel ab.

19. Juli 2007: Bund, Bahn, Land und Stadt verständigen sich in Berlin auf die Finanzierung (Memorandum of Understanding) - eine bindende Finanzierungsvereinbarung steht noch aus.

11. November 2007: Naturschützer, Bürgerinitiativen und Grüne präsentieren das Ergebnis einer Abstimmung für einen Bürgerentscheid: 67 000 Bürger stimmten dafür.

20. Dezember 2007: Der Stuttgarter Gemeinderat lehnt einen Bürgerentscheid über das Milliardenprojekt mit großer Mehrheit ab. Die grundsätzlichen Beschlüsse seien schon vor Jahren gefallen.

19. August 2008: Die Landesregierung räumt Mehrkosten ein. Das Vorhaben soll nicht mehr 2,8 Milliarden Euro kosten, sondern 3,076 Milliarden Euro.

3. November 2008: Der Bundesrechnungshof prophezeit Mehrkosten von mehr als zwei Milliarden Euro.

28. November 2008: Mit der Verabschiedung des Haushaltes 2009 macht der Bundestag den Weg frei.

2. April 2009: Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) und Bahn-Vorstand Stefan Garber unterzeichnen die Finanzierungsvereinbarung.

7. Juni 2009: Bei der Kommunalwahl profitieren die Grünen von ihrem jahrelangen Widerstand gegen Stuttgart 21 und werden die stärkste Fraktion im Rathaus der Landeshauptstadt.

17. Juli 2009: Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Stuttgart hat der Gemeinderat den Bürgerentscheid zu Recht abgelehnt.

26. Oktober 2009: Die erste Montagsdemonstration gegen Stuttgart 21 findet mit vier Teilnehmern statt. Eine Woche später sind es 20.

8. November 2009: Bahn-Chef Rüdiger Grube räumt erstmals ein, dass das Projekt teurer wird als 3,076 Milliarden Euro.

25. November 2009: Architekturliebhaber fordern die Aufnahme des Bahnhofsgebäudes in das Unesco-Weltkulturerbe. Beide Seitenflügel des Gebäudes von 1922 sollen den Umbauplänen zum Opfer fallen.

9. Dezember 2009: Bahnchef Rüdiger Grube geht mit einer Kostenschätzung von 4,1 Milliarden Euro in den Bahnaufsichtsrat. Dieser billigt trotz der Kostensteigerung von einer Milliarde Euro das Vorhaben.

10. Dezember 2009: Nach der Bahn stellen auch alle anderen Geldgeber die Weichen für das Milliardenvorhaben.

2. Februar 2010: Die Bauarbeiten beginnen.

20. Mai 2010: Der Enkel des Bahnhofs-Architekten Paul Bonatz, Peter Dübbers, unterliegt vor dem Landgericht Stuttgart im Urheberrechtsstreit gegen die Bauherrin Bahn. Er wehrt sich gegen den Abriss der Seitenflügel des Bahnhofs und geht in Berufung.

7. Juli 2010: Eine bisher unveröffentlichte Studie der Züricher Firma SMA, die Probleme mit dem Regionalverkehr vorhersieht, wird bekannt.

27. Juli 2010: Bahnchef Grube gibt eine Kostensteigerung um 865 Millionen Euro auf 2,9 Milliarden Euro für die Schnellbahntrasse nach Ulm bekannt.

30. Juli 2010: Die Abrissarbeiten am Nordflügel werden vorbereitet: Ein erster Bagger rollt an, ein Bauzaun wird errichtet.

7. August 2010: Am Abend demonstrieren mehr als 10 000 Menschen gegen Stuttgart 21 und fordern einen Baustopp.

11. August 2010: Ein Gutachten für das Umweltbundesamt wird bekannt, das eine weitere Kostenexplosion auf bis zu 11 Milliarden Euro für Stuttgart 21 und erhebliche verkehrlich Probleme vorhersagt.

13. August 2010: Erstmals wird das Bahnhofsgebäude sichtbar beschädigt: Ein Vordach am Nordflügel wird abgerissen. Am Abend bilden 20 000 Menschen eine Kette um Teile des Bahnhofs und fordern einen Baustopp.

14. August 2010: Der "Spiegel" berichtet, dass die Landesregierung mit einem Großauftrag an die Bahn deren Zustimmung zu Stuttgart 21 erkauft habe. Das Verkehrsministerium dementiert dies.

17. August 2010: Grünen-Politiker regen einen "Friedensgipfel" an und handeln sich tags darauf die Absage der Projektträger ein.

20. August 2010: An einem Schweigemarsch gegen Stuttgart 21 nehmen 20 000 (Polizeiangaben) bis 30 000 (laut Organisatoren) Menschen teil.

23. August 2010: Bahnhofsarchitekt Christoph Ingenhoven verteidigt seinen - in einigen Punkten optimierten - Entwurf. Er weist Aussagen zurück, der Tiefbahnhof könne auch mit Erhalt der Seitenflügel gebaut werden.

25. August 2010: 14.25 Uhr Baggerbiss am Nordflügel. Die erstmals deutlich sichtbaren Bauarbeiten werden von sieben Aktivisten gestoppt, die das Dach besetzen. Sie bleiben 22 Stunden.

26. August 2010: Das Dach des Nordflügels wird von einem Sondereinsatzkommando geräumt.

27. August 2010: Zu einer Kundgebung und Menschenkette entlang der Bannmeile des Landtags erwarten die Organisatoren 50 000 Teilnehmer. (dpa)

Proteste gegen Projekt Stuttgart 21
Landkarte von ksta.de mit StepMap


Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


Newsticker


Umfrage

Wollen Sie Facebook-Aktien kaufen?
Acht Jahre nach der Gründung wagt Facebook den Gang an die Börse. Bei der Emission der Aktien will das Unternehmen rund vier Milliarden Euro erlösen. Haben Sie vor, in das soziale Netzwerk zu investieren?

Hintergrund


Kölner Stadt-Anzeiger auf dem iPad


Brutto / Netto Rechner

Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.) Steuerklasse

Extra


Service


Tipps


Bildergalerien


Neue Videos – Politik/Nachrichten


Börse - Unternehmen der Region

Aktienkurse regionaler Unternehmen

BAYER 54,17 -1,90%
DEUTZ 5,30 -3,39%
DT. POST 12,95 -0,99%
DT. TELEKOM 8,91 -0,11%
INDUS 21,55 -2,93%
IVG IMMO. 1,91 -4,70%
LANXESS 53,95 -2,79%
LUFTHANSA 10,70 -3,60%
QSC 2,50 -1,96%
SOLARWORLD 4,27 -2,58%

Börsenticker

Aktien Tops & Flops

FMC 54,67 +1,02%
MERCK 81,48 +0,72%
INFINEON 7,49 +0,44%
COMMERZBANK 2,01 -7,62%
DT. BANK 33,55 -4,28%
THYSSENKRUPP 21,98 -4,27%

Glossar



Top-Links (Anzeige)


Hintergrund


Extra


Dienste