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Komponist

Hans Ulrich Humpert ist tot

Von Rainer Nonnenmann, 30.08.10, 19:08h, aktualisiert 30.08.10, 21:02h

Hans Ulrich Humpert ist tot. Der Kölner Komponist, Pädagoge und Hörspielmacher starb am Sonntag im Alter von 69 Jahren. Er galt neben Karlheinz Stockhausen als einer der Pioniere der Elektronischen Musik.

Hans Ulrich Humpert
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Hans Ulrich Humpert. (Bild: Brill)
Hans Ulrich Humpert
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Hans Ulrich Humpert. (Bild: Brill)
KÖLN - Er war einer der ersten Studenten des von Herbert Eimert 1965 an der Kölner Musikhochschule gegründeten Elektronischen Studios, an dem weltweit zum ersten Mal Elektronische Komposition als selbständige Disziplin studiert werden konnte. 1940 in Paderborn geboren, hatte Hans Ulrich Humpert seit 1961 in Köln Schulmusik, Schlagzeug und Komposition studiert. Er wurde Eimerts Schüler, 1968 dessen Assistent und 1973 Mitherausgeber des legendären „Lexikons der elektronischen Musik“. Nach Eimerts Tod 1972 wurde er selber Studioleiter und Professor für elektronische Komposition, als der er fortan die revolutionäre Entwicklung von der analogen Magnetband- und Synthesizertechnik bis zu den digitalen Generations- und Transformationsverfahren begleitete.

Bis zu seiner Emeritierung 2007 unterwies Humpert mehrere Generationen in der Technik und Ästhetik der Elektronischen Musik. Zusammen mit dem Toningenieur Marcel Schmidt betreute er zahllose Übungsarbeiten und mehr als zweihundert elektronische Werke von etwa siebzig zumeist jungen Komponisten aus etwa zwanzig Ländern, darunter so verschiedene Künstler wie Johannes Kalitzke, Marcus Schmickler, Flo Menezes, Harald Muenz und Timo Ruttkamp. In einer von Michael Beil, Humperts Nachfolger an der Hochschule, initiierten Video-Dokumentation über das Studio für Elektronische Musik des WDR kam er 2009 als gewichtiger Zeitzeuge noch ausgiebig zu Wort. Neben Elektronischer Musik, Klavier- und Kammermusik schuf Humpert mehrere Hörspiele, darunter als späte Früchte seines Germanistikstudiums einige über Zentralfiguren der deutschen Romantik wie Adalbert Stifter, Bettina von Arnim oder Novalis. Im Mai hatte die Kölner Gesellschaft für Neue Musik ihren Gründungsvorstand noch anlässlich von dessen bevorstehendem 70. Geburtstag im Oktober mit einem Porträtkonzert gewürdigt. Zuletzt arbeitete Humpert im WDR an einem „Requiem für Heinrich Heine“. In der Nacht vom 29. August ist er einem Krebsleiden erlegen. Zu seinem Gedenken sendet WDR 3 am 8. Oktober seine ebenso instruktive wie humorvolle „Kleine Geschichte der elektronischen Musik“



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