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Google TV

Fernsehen und Breitband verschmelzen

Von Frank-Thomas Wenzel, 31.08.10, 10:56h, aktualisiert 01.09.10, 21:44h

Der Internet-Gigant Google hat sich nichts Geringeres vorgenommen, als das Fernsehen 2.0 zu erfinden. Google TV ist eine Software, mit der zunächst Sony-Fernseher und Settop-Boxen ausgestattet werden. Noch vor Weihnachten soll's in den USA losgehen.

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HbbTV soll eine Schnittstelle zwischen klassischer Fernsehübertragung und Online-Videos werden. (Bild: dpa)
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HbbTV soll eine Schnittstelle zwischen klassischer Fernsehübertragung und Online-Videos werden. (Bild: dpa)
BERLIN - Die freundliche Frauenstimme spricht von einer fast idealen Fernsehwelt. „Da laufen immer gute Sendungen. Da ist immer etwas Interessantes zu finden.“ Die Stimme gehört zu einem Werbespot, der Google TV schmackhaft machen will. Der Internet-Gigant hat sich nichts Geringeres vorgenommen, als das Fernsehen 2.0 zu erfinden. Google TV ist eine Software, mit der zunächst Sony-Fernseher und Settop-Boxen ausgestattet werden. Noch vor Weihnachten soll's in den USA losgehen. Doch Google ist nicht allein. Fast alles, was Rang und Namen hat im Web-Business, will die Nutzer mit Tönen und bewegten Bildern im Wohnzimmer beglücken.

Auf der Funkausstellung in Berlin wird das Thema unter dem Stichwort „Hybrid-TV“ verhandelt und gerne als „Megatrend“ kategorisiert. Was steckt dahinter? Einerseits neue Geräte. Fernseher, die entweder direkt oder über eine Settop-Box den Zugang zum Web ermöglichen. Im Weihnachtsgeschäft 2010 würden in Deutschland schon „über 40 Prozent aller verkauften TV-Geräte über einen Internetanschluss verfügen“, heißt es in einer Studie des Beratungsunternehmens Deloitte und des IT-Branchenverbandes Bitkom.

Andererseits geht es um eine Vervielfältigung der Angebote. So wollte Apple-Chef Steve Jobs gestern Abend einen Neustart des wenig erfolgreichen Apple TV präsentieren. Bislang war das nicht viel mehr als ein Gerät, um Musik und Filme aus dem iTunes-Store, dem konzerneigenen Internet-Laden, im Wohnzimmer abzuspielen. Experten gingen davon aus, dass Jobs nun eine Kooperation mit dem US-Online-Filmverleih Netflix bekanntgibt.

Das ist nur ein Anfang. Strategen in Konzernzentralen - vor allem in den USA - basteln an Szenarien, die so ziemlich alles aus der digitalen Welt miteinander verknüpfen wollen. Zum Beispiel: Der Fernseher zeigt die Live-Übertragung eines Basketballspiels. Gleichzeitig kann sich der Nutzer Kommentare von Fans am Bildschirmrand einblenden lassen, die über soziale Netzwerke laufen. Selbige können auch Funktionen von Programm-Zeitschriften übernehmen: Der Mountainbike-Fan erhält über Facebook den Hinweis, dass ein australischer TV-Sender am Wochenende ein Mountainbike-Rennen im Outback überträgt. Der Link zum Abrufen der Übertragung ist natürlich gleich beigefügt.

Die andere Seite der beinahe unbegrenzten Möglichkeiten: Die Komplexität wächst. Die Marktforschungsfirma GfK hat herausgefunden, dass von den derzeit 550.000 deutschen Hybrid-TV-Haushalten nur ein Fünftel regelmäßig Internetinhalte via TV-Gerät abruft. Klaus Böhm, Director Media bei Deloitte, ist deshalb überzeugt: „Wer ein bedienfreundliches Konzept entwickelt, wird die Nase vorn haben.“ Google TV will das Problem mit einer Suchfunktion lösen. Bislang können Nutzer mit ihrem PC über Google-News Zeitungsartikel zu Suchworten aufrufen, künftig sollen sie TV-Sender, Nachrichtensendungen, Youtube-Videos oder Spielfilme aus einer Videothek aufrufen.



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