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Einigung

Karstadt - „Der Deal ist durch“

Von Jutta Maier, 02.09.10, 20:24h, aktualisiert 03.09.10, 10:37h

Die rund 25.000 Karstadt-Beschäftigten können aufatmen: Investor Berggruen kann den Konzern aller Voraussicht nach wie geplant übernehmen. Bis zum Schluss liefen die Verhandlungen um die Kaufhaus-Mieten. Es fehlen allerdings noch die Unterschriften.

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Der Karstadt-Konzern scheint gerettet: Investor Berggruen hat mit dem Vermieterkonsortium Highstreet nach monatelangem Ringen eine Einigung erzielt. (Bild: dpa)
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Der Karstadt-Konzern scheint gerettet: Investor Berggruen hat mit dem Vermieterkonsortium Highstreet nach monatelangem Ringen eine Einigung erzielt. (Bild: dpa)
ESSEN - Wenn das Amtsgericht in Essen heute beschließt, dass der Insolvenzplan für Karstadt in Kraft treten kann, dann wissen wir: Karstadt ist vorerst gerettet. Dann ist klar, dass alle Gläubiger des Vermieter-Konsortiums Highstreet den von Privatinvestor Nicolas Berggruen geforderten Mietnachlässen für die Warenhäuser zugestimmt haben. Bei Redaktionsschluss fehlten lediglich noch die Unterschriften von allen Highstreet-Geldgebern. Dies sei jedoch nur noch ein formeller Akt, sagte ein Highstreet-Sprecher dieser Zeitung: „Der Deal ist durch.“

Zuvor hatte Berggruen in einer Karstadt-Filiale am Berliner Kurfürstendamm bereits die grundsätzliche Einigung mit Highstreet verkündet. „Alle, die ja sagen müssen, haben ja gesagt“ , so der Milliardär, „aber die Unterschriften müssen zusammen kommen. Erst dann sind wir fertig.“ Auch Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg zeigte vorsichtigen Optimismus: „Es ist zum größten Teil wohl erledigt, aber noch nicht vollständig.“

Damit blieb es bis zuletzt spannend. Mit der Unterzeichnung wäre die drohende Zerschlagung der insolventen Warenhauskette nach einer monatelangen Hängepartie abgewendet. Denn die Zustimmung der Gläubiger zu den Mietkonditionen ist Voraussetzung dafür, dass der mit Berggruen vereinbarte Kaufvertrag rechtskräftig wird. Rund 200 Karstadt-Mitarbeiter harrten nach Verdi-Angaben gestern in Berlin vor der Repräsentanz der Deutschen Bank aus, um die Entscheidung abzuwarten. Insgesamt 25000 Karstadt-Beschäftigte wollen endlich wieder eine Perspektive haben – mehr als ein Jahr, nachdem die Karstadt-Mutter Arcandor Insolvenz anmelden musste. Dem Highstreet-Konsortium um die US-Investmentbank Goldman Sachs und die Deutsche Bank gehört der Großteil der Karstadt-Filialen.

Die Highstreet-Gläubiger, die über Anleihen direkt an der Finanzierung der Warenhaus-Immobilien beteiligt sind, hatten den neu ausgehandelten Mietverträgen bereits gestern Mittag „zu 100 Prozent zugestimmt“, wie ein Highstreet-Sprecher sagte. Problematischer waren die Verhandlungen mit den sogenannten Mezzanine-Gläubigern. Diese Banken und Hedgefonds sind an Highstreet selbst beteiligt und haben eine Mischung aus Eigen- und Fremdkapital eingelegt. Sie sind nicht abgesichert, erhalten wegen des größeren Risikos aber höhere Zinsen und können ein Veto einlegen, falls die Zinsen gesenkt werden. Zuletzt soll sich nur noch die britische Royal Bank of Scotland quergestellt haben, sagte eine Verdi-Sprecherin.

Am Abend kam der Karstadt-Gläubigerausschuss in einer Sitzung zusammen. Offiziell musste sich Berggruen bis um 24 Uhr mit Highstreet auf die Mietsenkungen einigen. Für den Fall, dass es zu keiner Einigung gekommen wäre, hätte Görg im Ausschuss sein Szenario für die Liquidierung der 120 Warenhäuser vorgestellt. Der italienische Warenhaus-Betreiber Maurizio Borletti, der an Highstreet beteiligt ist, hatte Karstadt bis zuletzt selbst kaufen wollen, war aber mit einem nachgebesserten Angebot beim Insolvenzverwalter durchgefallen. Er hoffte bis zuletzt darauf, doch noch zum Zuge zu kommen, falls der Deal mit Berggruen platzt. mit rtr, ddp



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