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Therapie

HIV im Alter

Erstellt 03.09.10, 12:16h, aktualisiert 03.09.10, 12:17h

HIV-Infizierte Menschen haben nicht nur mit Vorurteilen zu kämpfen. Viel schwerer wiegt, dass der HI-Virus sie gerade im Alter krankheitsanfälliger macht. Deshalb wird die Forderung nach früherer Krankheitsvorsorge für HIV-Infizierte laut.

HIV Schleife
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HIV-Infizierte werden dank neuer Medikamente immer älter. Deshalb wird die Forderung nach früherer, intensiverer Krankheitsvorsorge im Alter für mit dem Immunschwächevirus Infizierte laut. (Bild: dpa)
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HIV-Infizierte werden dank neuer Medikamente immer älter. Deshalb wird die Forderung nach früherer, intensiverer Krankheitsvorsorge im Alter für mit dem Immunschwächevirus Infizierte laut. (Bild: dpa)
BERLIN - Das steigende Alter von Menschen mit HIV und Aids stellt Ärzte vor neue therapeutische Herausforderungen. „Trotz der wesentlich wirksameren Medikamente, die das Virus in Schach halten, ist es so, dass HIV für Alterskrankheiten und bösartige Erkrankungen wie eine Art Turbo wirkt“, sagt der Internist Keikawus Arastéh, langjähriger Chefarzt der Klinik für Infektiologie am Auguste-Vivantes-Klinikum, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Die Klinik engagiert sich seit 25 Jahren für Menschen mit HIV und Aids und etablierte unter anderem das mittlerweile bundesweit vorbildliche „Schöneberger Modell“, das ambulante und stationäre Angebote eng vernetzt.

Für ältere Menschen mit dem Immunschwäche-Virus müssten neue Formen der Vorsorge gefunden werden, die früher als bei gesunden Menschen einsetze, sagte Arastéh. „Denn selbst wenn keine Viruslast im Blut nachweisbar ist, haben HIV-Positive ein deutlich erhöhtes Risiko für Schlaganfälle, Herzinfarkte oder bestimmte Tumore, ebenso wie Diabetespatienten.“

Für die Zukunft ist Arstéh verhalten optimistisch. „Noch vor fünf Jahren hätte ich nicht für möglich gehalten, dass es einmal möglich wäre, das Virus wieder aus dem Körper raus zu kriegen. Heute gibt es zumindest gentechnische Ansätze, wie das irgendwann einmal funktionieren könnte.“

Durch schonendere Medikamente sei das Leben für die HIV-Positiven zwar mittlerweile im Alltag einfacher geworden, berichtet der Arzt. Auch weil die Diagnose nicht automatisch einen baldigen Tod bedeute, wie zu Beginn der Aids-Epidemie in den 80ern. „An der sozialen Stigmatisierung hat sich aber immer noch wenig geändert. Das zeigt ja auch das Beispiel der Sängerin Benaissa, wo es wieder um die Frage der Schuld geht. Der einzelne HIV-Positive mag ein Freund sein, aber die Masse der HIV-Infizierten macht weiterhin den meisten Angst.“

In Berlin steckten sich laut RKI 2009 insgesamt 438 Menschen neu mit dem Immunschwächevirus an, seit 2000 wurden insgesamt 3 372 Fälle gezählt. Bei etwa drei Prozent der Infizierten bricht Aids irgendwann aus. Seit 1982 wurden für Berlin gut 6000 Aids-Erkrankungen gemeldet. (dpa)



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