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Spitzelaffäre

Ex-Telekom-Chef schwer belastet

Erstellt 03.09.10, 14:05h, aktualisiert 03.09.10, 17:57h

Der Hauptangeklagte in der Telekom-Spitzelaffäre, Klaus T., hat den früheren Konzern-Chef Kai-Uwe Ricke schwer belastet. Er habe Ricke bereits früher als bislang bekannt über seine illegalen Nachforschungspläne informiert.

Ex-Telekomchef Kai-Uwe Ricke
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Ex-Telekomchef Kai-Uwe Ricke. (Bild: dpa)
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Ex-Telekomchef Kai-Uwe Ricke. (Bild: dpa)
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Ausgewählte Inhalte aus der Telekom-Onlinevideothek sollen nun auch dreidimensional zur Verfügung stehen. (Bild: dpa)
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BONN - Im Prozess um die Telekom-Spitzelaffäre hat einer der Angeklagten neue Vorwürfe gegen Ex-Konzernchef Kai-Uwe Ricke erhoben. Ein langjähriger leitender Mitarbeiter der Telekom-Sicherheitabteilung, Klaus T., erklärte am Freitag am ersten Prozesstag vor dem Landgericht Bonn, er habe Ricke bereits wesentlich früher als bislang bekannt in seine illegalen Nachforschungspläne eingeweiht.

Die Telekom-Führung war 2005 fieberhaft auf der Suche nach einem Insider, der Interna an die Presse weitergab. Ricke hatte deshalb die Konzernsicherheit mit der Suche nach dem Informanten beauftragt. Nun gab Klaus T. zu Protokoll, er haben Ricke bereits im Januar 2005 in einem Vier-Augen-Gespräch vorgeschlagen, die Telefondaten von mutmaßlichen Insidern zu erfassen - ein klarer Rechtsverstoß. Ricke hätte demnach die illegalen Schnüffelmethoden schon damals verbieten können.

Staatsanwaltschaft will neue Spur verfolgen

Staatsanwalt Ulrich Kleuser will der neuen Spur nachgehen: "Falls das stimmt, könnten die Ermittlungen gegen Ricke wieder aufgenommen werden." Er werde viele Fragen an Klaus T. haben, wenn die Verhandlung nächsten Freitag weitergeht. Bisher konnte die Staatsanwaltschaft Ricke und Ex-Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel keine Verfehlungen nachweisen und stellte die Ermittlungen gegen beide daher im Juni ein.

ksta.tv: „Prozess zur Spitzel-Affäre beginnt“

Ein Sprecher von Ricke erklärte am Freitag, der Ex-Telekom-Chef bleibe bei seinen bisherigen Aussagen und weise alle Vorwürfe zurück. Das von Klaus T. im Prozess erwähnte Vier-Augen-Gespräch habe nie stattgefunden. Auch Zumwinkel hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Die Sicherheitsabteilung der Telekom spionierte vor fünf Jahren einige Dutzend Aufsichtsräte, Gewerkschafter und Journalisten aus. Deswegen sitzen nun drei ehemalige Telekom-Mitarbeiter auf der Anklagebank. Der vierte Beschuldigte, der Chef einer Berliner IT-Firma, blieb dem Prozess wegen einer Erkrankung fern. Die Ermittler werfen den Angeklagten vor allem die Verletzung des Fernmeldegeheimnisses und Verstöße gegen das Datenschutzgesetz vor. Dafür drohen ihnen bis zu fünf Jahre Haft.

Ricke bekommt bald die Möglichkeit, seine Sicht der Geschehnisse darzustellen. Am 6. Oktober soll er zusammen mit Zumwinkel vor Gericht aussagen - als Zeuge. (rtr)



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