Erstellt 04.09.10, 10:41h, aktualisiert 04.09.10, 14:23h
Die vier ausländischen Touristen hatten nach Angaben einer Behördenvertreterin Tandem-Fallschirmsprünge gebucht. Mit ihnen unterwegs waren die vier professionellen Fallschirmspringer, mit denen sie springen sollten. Zudem starb der Pilot der Maschine. "Alle neun Insassen sind tot", sagte ein Polizeisprecher, der keine Angaben über die Identität der Touristen machte. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte in Berlin, bei dem deutschen Opfer handele es sich um eine Frau. Australische Behörden teilten mit, dass ihr getöteter Staatsbürger ein 18-Jähriger aus dem Bundesstaat Victoria im Südosten des Landes sei.
Unmittelbar nach dem Start abgestürzt
Nähere Informationen zu dem Unglück gab es zunächst nicht, da es sich in einer schwer zugänglichen Region an der Westküste auf der neuseeländischen Südinsel ereignete. "Die Details sind unklar, und es ist noch zu früh, um darüber zu spekulieren, was das Unglück auslöste", sagte Verkehrsminister Stephen Joyce. Ein Augenzeuge berichtete im Fernsehen, die kleine Maschine vom Typ Fletcher FU24 sei gerade gestartet, als sie abstürzte. "Es war ein Flammenball", sagte der Augenzeuge, der seinen Namen nicht nennen wollte. "Die Flammen schossen drei Meter hoch."
Fox-Gletscher ist eine Hauptattraktion der Region
Eine Vertreterin der Region Westland sagte im Fernsehen, die Wetterbedingungen seien hervorragend gewesen. Zugleich betonte sie, dass das Unternehmen Skydive New Zealand "sehr etabliert ist und einen guten Ruf hat". "Niemand weiß im Moment, was schief ging, aber die Konsequenzen sind tragisch. Wir sind alle am Boden zerstört." Skydive New Zealand wollte zunächst keine Stellung nehmen. Auf dem Anrufbeantworter der Firma hieß es lediglich, am Samstag würden leider den ganzen Tag lang keine Fallschirmsprünge stattfinden. Der Fox-Gletscher ist eine der Hauptattraktionen in einem Gebiet an der Westküste der Südinsel Neuseelands, das von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurde und jedes Jahr von tausenden Touristen besucht wird.
Der Absturz war das schlimmste Flugzeugunglück in Neuseeland seit fast 17 Jahren. Im Oktober 1993 waren bei einem nahegelegenen Gletscher ebenfalls neun Menschen getötet worden. Regierungschef John Key sprach von einem "düsteren Tag" für Neuseeland. Er äußerte sich im ebenfalls auf der Südinsel gelegenen Christchurch, das am Morgen von einem Erdbeben der Stärke 7,0 erschüttert wurde. In Neuseelands zweitgrößter Stadt stürzten dadurch mehrere Häuser ein, zwei Menschen wurden schwer verletzt. (afp)
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