Schriftgröße

Weissrussland

Mysteriöser Tod eines Journalisten

Erstellt 04.09.10, 15:47h, aktualisiert 04.09.10, 15:48h

Am Freitag war der Journalist Oleg Bebenin in seinem Haus nahe der weißrussischen Hauptstadt Minsk erhängt aufgefunden worden. Während die Polizei von einem Selbstmord ausgeht, bezweifeln Freunde des Regierungskritikers diese Theorie.

Oleg Bebenin
Bild vergrößern
Der Regierungskritiker Oleg Bebenin (Bild: dpa)
Oleg Bebenin
Bild verkleinern
Der Regierungskritiker Oleg Bebenin (Bild: dpa)
MINSK - Unter zweifelhaften Umständen ist in Weißrussland ein führender Regierungskritiker zu Tode gekommen. Der Journalist Oleg Bebenin wurde am Freitag erhängt in seinem Landhaus nahe der Hauptstadt Minsk aufgefunden, wie die Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf die Polizei meldete. Die Ermittler gingen nach Angaben eines Sprechers in erster Linie dem Selbstmordverdacht nach. Freunde Bebenins zweifelten diese Möglichkeit jedoch an.

Eine Kollegin in der Redaktion der von Bebenin gegründeten Oppositions-Webseite Charter97, Natalja Radina, sagte, der 36-Jährige sei "voller Pläne" gewesen und habe sich mit ihr für Montag verabredet. An seinem Todestag sei Bebenin "bester Laune" gewesen. Die Redaktionsräume von Charter97 waren im März von der Polizei durchsucht worden; dabei wurden mehrere Computer beschlagnahmt.

Der Chef der Bürgerinitiative Europäisches Weißrussland, Andrej Sannikow, hielt die Selbstmordthese ebenfalls für unglaubwürdig. Er habe "starke Zweifel", sagte Sannikow: "Kein Abschiedsbrief wurde gefunden, und die letzten SMS-Nachrichten, die er an Freunde verschickte, zeigen, dass er am Donnerstagabend einen Kinobesuch plante." Erst vor einer Woche sei Bebenin mit seiner Familie von einem Griechenland-Urlaub zurückgekehrt. Bebenin war verheiratet und Vater von zwei Söhnen. Die Familie wollte sich nicht äußern.

In Weißrussland regiert seit 1994 Staatschef Alexander Lukaschenko mit eiserner Hand. 2006 wurde der autoritäre Präsident wiedergewählt, laut offiziellen Angaben betrug sein Stimmenanteil 83 Prozent. Von westlichen Beobachtern und der Opposition wurde der Urnengang als undemokratisch kritisiert. Die nächste Präsidentschaftswahl soll spätestens im Frühjahr 2011 stattfinden. (afp)



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Newsticker


Anzeige


RHEINLAND WETTER


Bildergalerien



Aus dem Netz


ksta.de auf Facebook

KSTA auf Facebook



Mein ksta.de


Stadtmenschen Community



Die 5 beliebtesten Pausenspiele

Mahjongg Fortuna
Zuma
Zuma »
1507 Spieler
Bookworm
Bookworm »
1263 Spieler
Bubble Shooter
Bubble Shooter »
1034 Spieler
Bejeweled 2
Bejeweled 2 »
956 Spieler

Extra


Dienste