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Afghanistan

Sieben Tote bei Anschlag in Kundus

Erstellt 04.09.10, 18:43h

Bei einem Anschlag in der nordafghanischen Stadt Kundus sind nach ersten Informationen sieben Menschen ums Leben gekommen. Präsident Hamid Karsai setzt derweil einen Rat für Friedensverhandlungen mit den Taliban ein.

Hamid Karsai
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Der afghanische Präsident Hamid Karsai. (Bild: dpa)
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Der afghanische Präsident Hamid Karsai. (Bild: dpa)
KABUL - Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat die Einsetzung eines Rates für Friedensverhandlungen mit den Taliban verkündet. Das Gremium sei ein "bedeutender Schritt auf dem Weg zu Friedensverhandlungen" mit den radikalislamischen Taliban, erklärte Karsai am Samstag in Kabul. Ziel sei die Beendigung des fast neunjährigen Aufstands in dem Land am Hindukusch.

Berater Karsais arbeiteten am Samstag an einer Teilnehmerliste, wie es in der Erklärung hieß. Dem Rat für Friedensverhandlungen sollten "Dschihadführer, einflussreiche Persönlichkeiten und Frauen" angehören. Die Einladungsliste sollte nach dem Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan, der mit dem Fest des Fastenbrechens endet, in der kommenden Woche veröffentlicht werden.

Karsais Plan für einen Rat für Friedensverhandlungen war im Juni von einer großen Friedensdschirga in Kabul gebilligt worden. In dieser Dschirga saßen religiöse Würdenträger, Politiker und Vertreter der Zivilgesellschaft.

Die USA waren gemeinsam mit Verbündeten 2001 in Afghanistan einmarschiert und hatten die radikalislamischen Taliban gestürzt. Seitdem dauert der blutige Aufstand an. Die Zahl der Angriffe Aufständischer auf die internationalen Truppen verstärkte sich in den vergangenen Wochen deutlich. Derzeit sind am Hindukusch mehr als 140.000 ausländische Soldaten im Einsatz, mehr als zwei Drittel von ihnen sind US-Soldaten. Insgesamt wurden in Afghanistan seit Januar 485 ausländische Soldaten getötet, nach 521 im gesamten Jahr 2009.

Bei einem Anschlag in der nordafghanischen Stadt Kundus wurden sieben Menschen getötet. Wie die Behörden mitteilten, war der Sprengsatz an einem Motorrad befestigt. Er sei hochgegangen, als ein Polizeifahrzeug den Marktplatz passiert habe. Bei den Toten handele es sich um vier Polizisten und drei Zivilisten. Drei weitere Zivilisten seien verletzt worden. In Kundus sind auch Bundeswehrsoldaten stationiert. Die nordafghanische Provinz galt lange Zeit als vergleichsweise ruhig, mittlerweile sind auch dort Anschläge häufig. (afp)



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