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Chile

Zuspruch für die Verschütteten

Erstellt 05.09.10, 09:45h

Die moderne Technik als Segen: Per Bildtelefon haben die verschütteten Bergleute in Chile erstmals Kontakt mit ihren Angehörigen aufnehmen können. Zuspruch erhielten die Kumpel auch von Überlebenden eines anderen Unglücks.

Verschüttete Bergleute
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Die verschütteten Bergarbeiter in Chile haben ihr Leben unter Tage gefilmt. (Bild: dpa)
Verschüttete Bergleute
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Die verschütteten Bergarbeiter in Chile haben ihr Leben unter Tage gefilmt. (Bild: dpa)
Chile
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Der chilenische Präsident Sebastian Pinera zeigt den jubelnden Wartenden die Nachricht der Verschütteten: „Uns geht es gut, alle 33 sind im Schutzraum“. Bilder: dpa
Chile
COPIAPO - Die Angehörigen der seit 30 Tagen in einer Mine im Norden Chiles eingeschlossenen Bergleute haben am Samstag (Ortszeit) erstmals per Bildtelefon mit den Männern in 700 Metern Tiefe sprechen können. "Sie sahen gut aus. Sie konnten uns nicht sehen, aber wir wollten sie sehen", erzählte Antonia Godoy, Mutter des eingeschlossenen Bergmanns Richard Villarroel, im chilenischen Fernsehen. "Es war sehr aufwühlend. Man hätte sie so gerne direkt aus dem Bildschirm geholt", fügte die Frau hinzu.

Zuspruch erhielten die Verschütteten auch von Überlebenden eines viel früheren Unglücks, das als "Wunder der Anden" bekanntwurde. Vier der zwölf Uruguayer, die 1972 nach dem Absturz ihres Flugzeugs in den Anden mehr als zehn Wochen im Eis überlebt hatten, reisten zu dem Bergwerk San José in der Atacama-Wüste und überbrachten den Eingeschlossenen eine Botschaft. "Wenn dies alles ausgestanden ist und Jahre vergangen sind, werden euch die jetzigen Probleme angesichts der Freude am Leben wie eine Nebensächlichkeit erscheinen", sagte Ramón Sabelle.

Die Bergleute sind seit dem Einsturz eines Tunnels am 5. August eingeschlossen. Die Behörden rechnen damit, dass es noch bis zu vier Monate dauern wird, bis ein Rettungsschacht zu den Männern in der Tiefe gebohrt ist. Dann sollen sie einer nach dem anderen in einem Rettungskorb an die Oberfläche geholt werden. Durch enge Versorgungsröhren erhalten sie Nahrung, Wasser, Medikamente und sogar Feldbetten und Kleidung. Die Lebensbedingungen in der großen Tiefe sind jedoch dennoch äußerst hart: hohe Luftfeuchtigkeit, Hitze um die 35 Grad, Luftmangel und Dunkelheit. Und die lange Ungewissheit, ob die Rettung tatsächlich klappen wird.

Chiles Marine hatte am Samstag auch das Geheimnis um ihre Rettungskapsel für die unter Tage eingeschlossenen Bergleute gelüftet. Die Kapsel beziehungsweise der Metallkäfig soll den Plänen zufolge mit Atemluft versorgt und mit Kommunikationsmitteln, Licht und einer Videoüberwachung ausgerüstet werden, erklärte Marinekommandeur Sergio Sandoval im Sender Canal 24 Horas. Außerdem solle eine Vorrichtung zum Angurten und zur Fixierung der Beine angebracht werden. Schließlich werde die Kapsel für den Fall, dass sie auf dem Weg aus 700 Metern Tiefe stecken bleibe zur Sicherheit so konzipiert, dass eine Umkehr möglich sei. Es wird erwartet, dass die Fahrt nach oben mindestens eine Stunde dauert.

Am Montag hatten die Bohrungen für einen Rettungsschacht begonnen, durch den die Arbeiter aus dem Stollen in 700 Meter Tiefe befreit werden sollen. Die Bohrungen werden nach Schätzungen von Experten bis zu vier Monate dauern. (dpa, afp)



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