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Parteigründung

18 Prozent würden Sarrazin wählen

Von Thomas Kröter, 05.09.10, 11:47h, aktualisiert 09.09.10, 07:42h

Sollte der umstrittene SPD-Politiker Thilo Sarrazin eine Partei gründen, dann wären ihm laut Umfrage viele Stimmen sicher. Besonders groß ist der Zuspruch bei Anhängern der Linken. Allerdings hätten andere Politiker noch bessere Chancen.

Thilo Sarrazin
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Thilo Sarrazin. (Bild: rtr)
Thilo Sarrazin
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Thilo Sarrazin. (Bild: rtr)
BERLIN - Eine bemerkenswerte Minderheit der Deutschen sehnt sich nach einer Protestpartei. Mit dem umstrittenen Noch-Bundesbanker Thilo Sarrazin an der Spitze? Auch. Aber andere Namen regen die Fantasie mancher Bürger noch mehr an. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid zufolge können sich 18 Prozent vorstellen, eine Partei zu wählen, die von Sarrazin geführt wird.

29 Prozent der Linkspartei-Anhänger liebäugeln mit einer Sarrazin-Partei. Es folgen: 17 Prozent CDU / CSU, zwölf FDP, zehn Grüne, neun SPD. Bei den jüngeren Bürgern wäre die neue politische Vereinigung populärer als bei den älteren: In den Altersgruppen bis zu 49 Jahre erreichte sie bis zu 24 Prozent, bei den bis 64jährigen 11, bei den noch älteren 13 Prozent.

Der umstrittene Autor denkt nach eigenen Angaben jedoch nicht an eine politische Neugründung. „Ich habe keine Partei im Sinn“, behauptet Thilo Sarrazin. „Ich habe Ideen im Sinn.“ Mit denen komme man „zuweilen weiter als mit Parteien“.

Damit liegt er jedoch nur auf Platz drei. 20 Prozent schwärmen von einer Partei unter Führung des früheren Fraktionsvorsitzenden der CDUI / CSU im Bundestag Friedrich Merz. Doch auch der reicht nicht an Joachim Gauck heran. Einer neuen Partei unter Führung des früheren Beauftragten für die Stasiunterlagen und Präsidentschaftskandidaten würden 25 Prozent der Bürger ihre Stimme geben.

Eine knappe relative Mehrheit der Bürger findet nach der Emnid-Umfrage für „Bild am Sonntag“ den Ausschluss Sarrazin aus der Spitze der Bundesbank dennoch richtig: 45 Prozent dafür, 41 Prozent dagegen. In ihrem Antrag zur Abberufung Sarrazins an den Bundespräsidenten beruft sich der Vorstand des Geldinstituts nicht in erster Linie auf dessen Buchveröffentlichung. In einem 20-seitigen Dossier werden vielmehr zahlreiche Interviewäußerungen seit seinem Eintritt in die Bank aufgelistet sowie kritische Stimmen aus dem In- und Ausland.

Sarrazin habe gegen das Gebot verstoßen, „Mäßigung und Zurückhaltung zu wahren, die sich aus seiner Stellung gegenüber der Allgemeinheit und aus der Rücksicht auf die Pflichten seines Amtes ergeben“, heißt es in einem Begleitschreiben an den Bundespräsidenten. Dem „Spiegel“ zufolge hat er umstrittene Autor sein Buch nicht allein als Privatmann geschrieben. Vielmehr habe er Mitarbeiter seines Bundesbankbüros mehrfach bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) um Material nachfragen lassen.



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