Erstellt 05.09.10, 19:00h
Die Regierung hatte am Mittwoch die Gesetzesänderungen auf den Weg gebracht, die zur Umsetzung ihres Sparpakets notwendig sind. Um die Schuldenbremse einzuhalten, will sie den Bundesetat bis 2014 um rund 80 Milliarden Euro entlasten. Die Kürzung der Strom-Subventionen soll dauerhaft 1,5 Milliarden Euro sparen und die Steuer auf Flugtickets eine Milliarde Euro mehr einbringen.
Dem "Spiegel" zufolge werfen die sechs Lobbyverbände Merkel vor, bestimmte Branchen einseitig zu belasten und damit Wachstum und Arbeitsplätze zu gefährden. Durch die geplanten Maßnahmen müssten die betroffenen Branchen in den nächsten beiden Jahren 800 Millionen Euro zusätzlich an Steuern zahlen. Die Regierung kündige eine Vereinbarung auf, wonach es keine Belastung für die Wettbewerbsfähigkeit solle. Zu den Unterzeichnern gehören etwa die Chefs der Verbände der Chemie- und der Stahlindustrie.
Nachdem das Kabinett die Gesetzesänderungen verabschiedet hat, ist der Bundestag am Zug. Auch dort regt sich Widerstand. Der Vizevorsitzende der Unions-Fraktion, Michael Fuchs, forderte in der "Rheinpfalz am Sonntag", die Subventions-Kürzungen zurückzunehmen. Sonst wären Betriebe mit hohem Stromverbrauch nicht mehr in der Lage, zu angemessenen Preisen zu produzieren.
Schäuble wehr sich
"Jeder ist für Subventionsabbau, bis er konkret wird", wies Schäuble Kritik zurück. Eine Überprüfung der Auswirkungen der Subventions-Kürzung auf alle Branchen im Bundestags-Verfahren würde er zwar unterstützen. Er fügte im "Spiegel" aber hinzu: "Wichtig ist nur, dass es beim geplanten Einsparvolumen bleibt".
Mit der Konsolidierung ihres hoch verschuldeten Haushaltes will die Regierung auch Spielräume für die schon vor der Wahl 2009 versprochenen Steuersenkungen gewinnen. Schäuble sagte, die Koalition könne noch vor 2013 eine Reform verabschieden: "Das können wir dann in der nächsten Legislaturperiode in Kraft setzen." Damit könne die Koalition deutlich machen, dass sie an ihrem Ziel einer Steuersenkung festhalte, es aber erst umsetze, wenn die finanzpolitischen Voraussetzungen geschaffen seien.
FDP-Fraktionschefin Birgit Homburger sagte dem "Hamburger Abendblatt", die Haushaltssanierung stehe im Vordergrund. Die gute wirtschaftliche Entwicklung werde aber helfen, Spielräume für eine Entlastung unterer und mittlerer Einkommen zu schaffen. (rtr)
Haushalt: Kabinett beschließt Sparpaket
DIW-Studie: Sparpaket bedroht die Mittelschicht
FDP-Mitglieder: Initiative „Pro Koalition“ gegründet
Schwarz-Gelb: Regierung will jetzt kämpfen
Schwarz-Gelb: Jetzt reißt Euch endlich zusammen!
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
Beratung für Ihre Existenzgründung
Epson Tinten – HP Toner kaufen