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Terrorgefahr

BKA warnt vor deutschen Islamisten

Erstellt 05.09.10, 15:54h

Mehrere Dutzend deutsche Staatsbürger sind nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden in Terrorcamps im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet ausgebildet worden. BKA-Chef Ziercke spricht von potenziell 130 „Gefährdern“.

US-Soldaten vor Hubschrauber
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Der Deutsche wird in Afghanistan von US-Sicherheitskräften festgehalten. (Symbolbild: rtr)
US-Soldaten vor Hubschrauber
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Der Deutsche wird in Afghanistan von US-Sicherheitskräften festgehalten. (Symbolbild: rtr)
BERLIN - Die Sicherheitsbehörden sind zunehmend alarmiert über die Zahl der deutschen Extremisten, die sich im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet militärisch ausbilden lassen. Der Präsident des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke, sagte dem "Tagesspiegel", bei 70 Islamisten gebe es konkrete Hinweise, "dass sie in Terrorcamps eine paramilitärische Ausbildung absolviert haben". Davon hätten 40 sogar Kampferfahrung aus Gefechten in Afghanistan. "Der Wunsch, in Afghanistan gegen die Amerikaner und sogenannte Ungläubige überhaupt zu kämpfen, ist groß", warnte der BKA-Präsident. Immerhin sei es den Sicherheitsbehörden gelungen, seit Anfang 2009 insgesamt 26 Ausreisen gewaltbereiter Islamisten aus Deutschland zu verhindern.

In Deutschland selbst halten sich Ziercke zufolge mehr als 400 Islamisten auf, die eine Bedrohung für die innere Sicherheit darstellten. Rund 130 von ihnen seien einem harten Kern zuzurechnen, die das BKA als Gefährder einstufe, "von denen wir annehmen, dass sie politisch motivierte Straftaten von erheblichem Ausmaß begehen könnten", sagte Ziercke.

Ziercke hält El Kaida für weniger gefährlich

Neun Jahre nach den Anschlägen von El-Kaida in den USA hält Ziercke die Ableger der Gruppe in Nordafrika, dem Jemen, Saudi-Arabien, Somalia und dem Irak für gefährlicher als die Gruppe um El-Kaida-Chef Osama bin Laden. Diese Ableger der Organisation seien "auch eine Gefahr für Deutsche in diesen Ländern".

Ein deutscher Islamist hat unterdessen dem "Spiegel" zufolge in Verhören über drohende Terroranschläge in Deutschland ausgesagt. Der aus Hamburg stammende Mann sei von US-Truppen in Afghanistan unter Terrorverdacht festgenommen und verhört worden, meldete das Magazin. Während der Vernehmungen habe er ausführlich über Szenarien für Anschläge in Deutschland und benachbarten Staaten ausgesagt. Die Bundesregierung prüfe die Aussagen derzeit mit Hochdruck. Der Mann gehört dem Bericht zufolge zu der Gruppe Hamburger Extremisten, die zu Beginn des vergangenen Jahres verschwunden waren. Der Deutsch-Afghane soll der Terrorgruppe "Islamische Bewegung Usbekistans" angehören und von den US-Behörden als wichtige Quelle eingeschätzt werden. (rtr)



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