Erstellt 06.09.10, 10:33h
Google habe zahlreiche Gespräche mit Musikproduzenten darüber geführt, wie der neue Vertriebskanal gestaltet werden müsse, sagten mehrere Personen, die mit den Plänen vertraut sind. Die Verhandlungen führt demnach Andy Rubin, der bereits Googles Handy-Betriebssystem Android vorangetrieben hat. Ziel sei es, den Nutzern das Abspielen der gekauften Stücke von überallher zu ermöglichen. Die Musikbranche wartet seit langem auf die Chance, ihr digitales Angebot per Datensammlung in einer sogenannten "Cloud" zur Verfügung zu stellen, für das Nutzer lediglich einen Internet-Zugang brauchen - unabhängig davon, auf welchem Weg sie ins Netz gehen.
Angriff gut für das Musikgeschäft
Noch seien keine Lizenzverträge unterzeichnet, hieß es in den Kreisen weiter. Die Reaktionen in der Branche seien aber begeistert. „Endlich tritt hier einer an, der die Reichweite, die Ressourcen und das nötige Kleingeld hat, um iTunes auf Respekt einflössende Weise Konkurrenz zu machen", sagte der Manager eines Musikproduzenten, der nicht namentlich genannt werden wollte. Die Verknüpfung von Googles Suchfunktionen und Handy-Betriebssystem schaffe einen "sehr mächtigen Angreifer, was gut fürs Musikgeschäft ist". Apple kontrolliert als bislang fast alleiniger Vertriebskanal jeden Aspekt des Geschäfts - von den Preisen bis zu den digitalen Formaten, in denen die Musik zur Verfügung gestellt werden muss.
Apple kontrolliert mit iTunes 70 Prozent aller digitalen Musik-Verkäufe in den USA. Der Online-Händler Amazon ist seit 2007 mit einem eigenen MP3-Angebot auf dem Markt, eroberte bislang aber nur einen Anteil von gerade mal zwölf Prozent. Auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin kündigte Sony seinerseits an, seine iTunes-Konkurrenz nun auch in Europa auf den Markt zu bringen. Die Online-Multimediaplattform Qriocity läuft seit April in den USA und soll noch im Herbst auf Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien ausgeweitet werden. (rtr)
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