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HNG

Bundesweite Razzia gegen Neonazis

Von Steffen Hebestreit und Volker Schmidt, 07.09.10, 08:25h, aktualisiert 07.09.10, 21:25h

Die HNG ist mit 600 Mitgliedern die größte neonazistische Vereinigung Deutschlands. Am Morgen haben Beamten bundesweit Razzien durchgeführt und Büros der Organisation sowie Wohnungen durchsucht. Auch in NRW will die Polizei zuschlagen.

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Die HNG ist die größte neonazistische Vereinigung Deutschlands. (Bild: dpa)
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Die HNG ist die größte neonazistische Vereinigung Deutschlands. (Bild: dpa)
STUTTGART/MAINZ - Mit einer bundesweiten Razzia hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) gestern Beweismaterial beschlagnahmen lassen, um die Neonazi-Gruppierung „Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige“ (HNG) verbieten zu können. Von sechs Uhr früh an durchsuchten Beamte in neun Bundesländern die Räume von Unterstützern des Vereins, der seit mehreren Jahrzehnten vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

Die HNG ist nach Erkenntnissen hiesiger Ermittler die derzeit größte Neonazi-Gruppierung in Deutschland und zählt etwa 600 Mitglieder, darunter Neonazis und gewaltbereite Rechtsextremisten. Als Nachfolgerin der „Stillen Hilfe“, die bis in die 90er-Jahre NS-Verbrecher unterstützte und von zahlungskräftigen Unterstützern profitierte, wurde die HNG am 20. April 1979 gegründet.

Gefängnispost organisiert

Geführt wird sie von der Mainzerin Ursula Müller. Der Verein betreut und unterstützt sogenannte nationale Gefangene. Dabei gehe es ihm nicht um eine Resozialisierung von Straftätern, kritisiert das Bundesinnenministerium, sondern darum, die Häftlinge in ihrer rechtsextremistischen Überzeugung zu bestärken und zu weiteren Straftaten zu motivieren. Die HNG dient der Neonazi-Szene oft als Dachorganisation, um miteinander rivalisierende Gruppen zu vernetzen.

Auf HNG-nahen Internetseiten sowie in Vereinspublikationen finden sich Listen von unterstützten „nationalen“ und „internationalen“ Gefangenen. Die Listen sollen Rechtsextremisten animieren, zu den Inhaftierten Kontakt zu suchen. Der Verein erteilt auch Ratschläge, wie die Post durch die Gefängniszensur kommt. Die Gefängnisinsassen sollen so erfahren, was in der rechten Szene los ist.



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