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DFB-Team

Ein unglaublich anderer Podolski

Von Christian Löer, 08.09.10, 20:17h, aktualisiert 08.09.10, 20:40h

Wieder einmal hat Lukas Podolski bewiesen, dass er zu den besten Kickern im Lande zählt - doch wieder einmal nur im Trikot der Deutschen Nationalelf. Der 25-Jährige hat nun mehr Tore im DFB-Team als in der Bundesliga erzielt.

Podolski und Klose
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Liefern in der Nationalmannschaft immer wieder ihre stärksten Leistungen: Lukas Podolski und sein Offensivkollege Miroslav Klose. (Bild: dpa)
Podolski und Klose
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Liefern in der Nationalmannschaft immer wieder ihre stärksten Leistungen: Lukas Podolski und sein Offensivkollege Miroslav Klose. (Bild: dpa)
KÖLN - Joachim Löw hatte Schwierigkeiten, angemessene Worte zur Würdigung Lukas Podolskis zu finden. „Unglaublich anders“ sei der Nationalstürmer am Dienstagabend beim Sieg über Aserbaidschan im Kölner Rhein-Energie-Stadion aufgetreten. Unglaublich anders als am vergangenen Freitag gegen Belgien. Aber auch anders als bei den meisten seiner Auftritte im Trikot des 1. FC Köln.

Ein Tor erzielte Podolski nach atemberaubender Kombination mit Mesut Özil selbst, das 3:0 legte er Miroslav Klose auf. Podolski war an zahlreichen Angriffen beteiligt, speziell in der ersten Halbzeit lief Podolski auf dem linken Flügel zu großer Form auf. Wer regelmäßiger Gast in Müngersdorf ist, der durfte sich tüchtig wundern. Denn die Außenlinie dort draußen vor der Osttribüne gilt ganz und gar nicht als ein Ort, an dem Podolski sich wohl fühlt. Doch Lukas Podolski im Trikot des 1. FC Köln ist eben ein unglaublich anderer als jener, der für die DFB-Elf gegnerische Abwehrreihen auseinanderspielt.

Am vergangenen Freitag in Belgien hat Lukas Podolski ungefähr so schlecht gespielt wie sehr oft in der vergangenen Saison für den 1. FC Köln. Joachim Löw hatte das vor dem Spiel gegen Aserbaidschan zum Thema gemacht und damit Diskussionen ausgelöst. Podolski, so die Deutung, sei umstritten und dürfe sich seines Stammplatzes nicht mehr sicher sein. Podolski neigt dazu, auf öffentlich geäußerte Kritik an seinem Spiel beleidigt zu reagieren. Doch auch das ist anders in der Nationalmannschaft. Gegen Aserbaidschan spielte der 25-Jährige wie entfesselt, und Joachim Löw klang hinterher, als habe es seinen Tadel nie gegeben. „Lukas beweist seine Stärke in der Nationalmannschaft immer wieder. Allein seine Torquote spricht für ihn“, kommentierte der Bundestrainer. Und auch sein Offensivkollege war voll des Lobes. „Lukas hat heute allen gezeigt, was er drauf hat“, kommentierte Miroslav Klose, und weiter: „Ich weiß ohnehin, was er kann und wie viel er für die Nationalmannschaft wert ist. Das sage ich nicht, weil ich mit ihm befreundet bin, sondern weil ich von seiner Klasse überzeugt bin.“

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Auch Klose erlebte einen großen Abend. Der Münchner, wie Podolski über weite Strecken der vergangen Saison quasi vereinslos, erzielte seine Länderspieltreffer 54 und 55 und verkürzte damit weiter den Abstand auf den großen Gerd Müller, der 68 Länderspieltreffer erzielt hat - allerdings in nur 62 Einsätzen, was ihn unerreichbar macht bis zum Ende der Zeit.

Lukas Podolski genoss den Erfolg still. Verwandte und Freunde hatten ihm von der Tribüne aus zugesehen, wie er die 41.000 Zuschauer glücklich gemacht hatte. „So ein Spiel gibt ein bisschen Selbstvertrauen. Es hat einfach Spaß gemacht, vor allem hier in Köln, aber das war nicht ausschlaggebend. Ich wollte einfach ein gutes Spiel machen, was mir in Belgien nicht gelungen ist. Jetzt habe ich ein Tor gemacht und eins vorbereitet, ich denke, da kann man glücklich nach Hause gehen“, erklärte Podolski.

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Podolski hat mittlerweile mehr Tore in der Nationalmannschaft als in der Bundesliga erzielt. In seinen ersten drei Jahren als Profi war Podolski mit dem 1. FC Köln erst Absteiger, dann Zweitligist, dann wieder Absteiger. Beim FC Bayern München erlebte er drei sehr durchwachsene Jahre, spielte unregelmäßig und traf selten. Nach seiner Rückkehr zum 1. FC Köln im Sommer 2009 erzielte Podolski in 27 Bundesligaspielen zwei Tore. Wie ein Nationalspieler hat er in den vergangenen Jahren nur dann ausgesehen, wenn er das Trikot mit dem Adler trug. Für den Kölner wiegen schlechte Auftritte in der Nationalmannschaft daher doppelt schwer. Thomas Müller zum Beispiel war am Dienstag gegen Aserbaidschan etwa genau so schlecht wie Podolski zuvor gegen Belgien. Doch niemand kam darauf, die Qualitätsfrage zu stellen. Denn Müller funktioniert auch außerhalb des Nationalteams.

Mittlerweile hat Podolski 81 Länderspiele absolviert, FC-Präsident Wolfgang Overath hat eine ganze Karriere benötigt, um diese Zahl zu erreichen. Miroslav Klose wurde vor der Partie für sein 100. Länderspiel geehrt, das er bei der WM in Südafrika gegen Argentinien absolviert hatte. Der 32-Jährige hat wie auch Podolski schwierige Zeiten im Verein zu überstehen gehabt und erlebt derzeit eine Art vierten dritten Frühling. In der Nationalmannschaft trifft Klose immer weiter, und es scheint ausgeschlossen, dass er jemals damit aufhören wird. Schon gegen Belgien erzielte Klose den Treffer zum 1:0-Endstand, in Köln gegen Aserbaidschan traf er zwei Mal. „Ich hoffe, dass wir uns für die EM in Polen und der Ukraine qualifizieren und ich in meinem Heimatland Polen dann auch noch mal zeigen kann, was ich drauf habe“, sagte Klose.



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