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US-Geistlicher

Verwirrung um Koranverbrennung

Erstellt 09.09.10, 23:22h, aktualisiert 10.09.10, 18:46h

Unklarheit herrscht über die angedrohte Koran-Verbrennung zum neunten Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September. Pastor Terry Jones kündigte jetzt wieder an, auf die Aktion zu verzichten.

Koranverbrennung
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Jones ist bekannt für seine radikalen Ansichten – er lebte lange Zeit in Köln und hatte hier auch eine christliche Sekte gegründet. Er verurteilt den Islam als Werk des Teufels. (Bild: dpa)
Koranverbrennung
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Jones ist bekannt für seine radikalen Ansichten – er lebte lange Zeit in Köln und hatte hier auch eine christliche Sekte gegründet. Er verurteilt den Islam als Werk des Teufels. (Bild: dpa)
WASHINGTON - US-Pastor Terry Jones hat am Freitag die geplante Koran-Verbrennung zum Jahrestag der Anschläge vom 11. September erneut abgesagt. "Im Augenblick planen wir, es nicht zu tun", sagte der Geistliche der Christengruppe Dove World Outreach Center dem Sender ABC. Nur wenige Stunden nach seiner Absage der Koran-Verbrennung am Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 hatte er noch gedroht, die Entscheidung wieder rückgängig zu machen.

Die evangelikale Gruppe Christian Dove World Outreach Center hatte angekündigt, am Samstag vor ihrem Gemeindehaus in Gainesville rund 200 Ausgaben des Koran verbrennen. Das Vorhaben hatte weltweit Empörung ausgelöst. US-Präsident Barack Obama sprach von einer "destruktiven Geste", die islamischen Fundamentalisten in die Hände spiele und Gewalt erzeugen könne. US-Verteidigungsminister Robert Gates warnte Jones in einem Telefongespräch am Donnerstag, die Aktion könne US-Soldaten im Irak oder Afghanistan in Lebensgefahr bringen. Das US-Außenministerium versetzte mehrere US-Botschaften aus Furcht vor Protesten von Muslimen in Alarmbereitschaft. Interpol warnte vor Terroranschlägen weltweit.

"Wir haben akzeptiert, auf das Ereignis zu verzichten, das wir am Samstag organisieren wollten", sagte Jones am Donnerstag zunächst vor seiner Kirche in Gainesville. Er werde statt dessen am Samstag nach New York fliegen, um sich mit dem für das Moschee-Projekt verantwortlichen Imam zu treffen. "Wir fühlten, dass das ein Zeichen ist, das Gott von uns wollte. Das amerikanische Volk will keine Moschee dort, und natürlich wollen die Muslime nicht, dass wir den Koran verbrennen."

Der Imam, der das New Yorker Vorhaben plant, dementierte umgehend, dass er das Vorhaben aufgeben wolle. "Ich bin froh, dass Pastor Jones entschieden hat, keine Koran-Exemplare zu verbrennen", sagte der Geistliche Feisal Abdul Rauf im Nachrichtensender CNN. "Wir werden aber nicht mit unserer oder irgeneiner anderen Religion Spielchen treiben noch werden wir Tauschgeschäfte machen."

ksta.tv: „Schlingerkurs um Koran-Verbrennung“

Jones erklärte darauf, die Koran-Verbrennung sei nur "zeitweise" ausgesetzt. "Wir sind wirklich enttäuscht und sehr geschockt." Wenn es stimme, dass das Moschee-Projekt nicht gestoppt werde, sei er belogen worden. Er machte dafür den in Orlando ansässigen Imam Mohammed Musri verantwortlich, der als Vermittler aufgetreten war und mit Jones bei der Absage der Koran-Verbrennung mit vor die Kameras gegangen war. Musri sagte später, das einzige, was er Jones zugesagt habe, sei ein Treffen mit Rauf in New York. Es habe keine Zusage gegeben, "dass das Projekt örtlich verlegt oder abgesagt wird".

Das muslimische Gemeindezentrum soll zwei Blocks entfernt vom Standort des zerstörten World Trade Center (Ground Zero) entstehen. Die Pläne haben einen USA-weiten Ausbruch antimuslimischer Ressentiments geschürt, in Umfragen lehnt eine Mehrheit der US-Bürger zwei Monate vor den Kongresswahlen den Bau ab. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bezeichnete die geplante Verbrennung als "inakzeptabel". (afp)



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