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Bistum Aachen

Missbrauchsverdacht gegen 24 Priester

Erstellt 10.09.10, 10:48h, aktualisiert 10.09.10, 13:37h

Durch Priester des Bistums Aachen wurden offenbar wesentlich mehr Kinder und Jugendliche missbraucht. So sind nun 24 Fälle im Zeitraum von 65 Jahren bekannt geworden. Bischof Heinrich Mussinghoff entschuldigte sich in einem Brief bei den Betroffenen.

Kindesmissbrauch
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Im Bistum Aachen sind 24 Missbrauchsfälle bekannt geworden. (Bild: Getty)
Kindesmissbrauch
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Im Bistum Aachen sind 24 Missbrauchsfälle bekannt geworden. (Bild: Getty)
AACHEN - Gegen 24 Priester des Bistums Aachen hat es seit 1945 Verdachtsfälle wegen sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen gegeben. Das geht aus einem Schreiben von Bischof Heinrich Mussinghoff hervor, das am Freitag in Aachen veröffentlicht wurde. Acht der Priester lebten noch. Die Beschuldigungen gegen 3 der 24 Priester beträfen den Zeitraum von 1990 bis heute, hieß es. Der Brief Mussingshoffs mit der aktuellen Übersicht soll am Wochenende in allen Gemeinden der Diözese verlesen werden.

Durch die Justiz sind nach Bistumsangaben 7 der 24 Priester strafrechtlich verurteilt worden. Bei einem weiteren Geistlichen sei das Verfahren noch nicht abgeschlossen. Ein Missbrauchsfall habe nicht geahndet werden können, da keine Anzeige erstattet worden sei. Nach kirchlichem Recht sind laut Bistum in den drei Fällen seit 1990 die Priester von ihren Ämtern enthoben worden. Damit seien sie vom priesterlichen Dienst suspendiert. Die kirchenrechtlichen Verfahren hätten in einem Fall zur Entlassung aus dem Klerikerstand geführt.

Mehr Verdachtsfälle als bislang angenommen

Damit hat es im Bistum Aachen mehr Fälle sexuellen Missbrauchs durch Geistliche gegeben, als bis zur Aufklärungsoffensive der Kirche bekannt war. Im April hatte die Diözese acht Fälle aus den Jahren zwischen 1953 und 2005 dokumentieren können, bei denen es in sieben Fällen zu strafrechtlichen Verurteilungen gekommen war. In einem weiteren Fall hatte die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren mit der Auflage einer Zahlung von 2.000 Euro eingestellt.

Bischof Mussinghoff bittet in dem Schreiben die Opfer und ihre Familien um Entschuldigung und spricht sein Mitgefühl aus. Die Priester hätten Leid und Schaden über sie gebracht. Die Not der Opfer stehe ihm vor Augen. Soweit es in seiner Möglichkeit stehe, wolle er dazu beitragen, verlorenes Vertrauen und Glaubwürdigkeit wieder herzustellen. "Dazu gehört, den Opfern Gehör zu verschaffen und ihnen Hilfen zur Verarbeitung des Erlebten und Erlittenen anzubieten", so der Bischof. Auch werde es präventive Maßnahmen geben, die verhindern helfen, "dass sich im kirchlichen Kontext Erwachsene an Kindern und Jugendlichen vergehen und ihr Leben zerstören."

Mussinghoff hatte zwei Missbrauchsbeauftragte eingesetzt und eine schonungslose Aufklärung von Missbrauchstaten in der Diözese zugesichert. Die aktuelle Übersicht wurde laut Angaben der Deutschen Bischofskonferenz zur Verfügung gestellt.



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