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Sounds of Buchheim

Das sind ja ganz neue Töne

Von Anja Katzmarzik, 01.10.10, 19:57h, aktualisiert 01.10.10, 20:08h

Klingeltöne, Flugzeuglärm oder Kirchenglocken? Für jeden Buchheimer klingt sein Stadtteil anders. Die Jugendlichen von „Sounds of Buchheim“ haben mithilfe der Offenen Jazzhausschule eine gemeinsame Ausdrucksweise gefunden: die Musik.

Buchheim
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Band-Mitglieder rufen an der Bushaltestelle das Wort "Buchheim" in ein Aufnahmegerät. (Bild: Krasniqi)
Buchheim
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Band-Mitglieder rufen an der Bushaltestelle das Wort "Buchheim" in ein Aufnahmegerät. (Bild: Krasniqi)
Köln - Für die einen sind es Kichern, Klingeltöne, Straßenbahngeräusche und Wind. Für die anderen Flugzeug-Lärm, Kirchenglocken oder das Quietschen der Tür. Hinzu kommen der Klang eines Schlags auf eine Tonne, einer schrecklich quietschenden Schaukel und einer Säge auf dem Bau.

Für jeden klingt sein Stadtteil anders. Aber die Jugendlichen von „Sounds of Buchheim“ haben eine gemeinsame Ausdrucksweise dafür gefunden. Es ist die Musik, die sie in dem Projekt der Offenen Jazz-Haus-Schule miteinander erproben. Sie lernen ihre Unterschiedlichkeit mit Instrumenten auszudrücken. Beim Tanzen, mit Hip Hop, als Teil einer Band oder Chors sowie mit dem Erstellen einer „Klangkarte“ ihres Viertels. Sie nehmen für sie typische Geräusche auf, die mit Wortfetzen, Teilen von Dialogen und Rhythmus zu modernen Klangcollagen mit Namen wie „Chillheim“ oder „Schaukelsägentonne“ werden.

Das bringt allen Beteiligten Erfolgserlebnisse und Selbstbewusstsein - und der Stadtteil klingt plötzlich ganz anders. „Buchheim hat viel Lärm, aber auch viel Ruhe. Wie jeder andere Ort auch“, fasst Björn Leonhard als künstlerischer Leiter die bisherigen Ergebnisse zusammen. „In Buchheim steckt aber auch ganz viel Lachen.“ Entstanden war das Projekt auf Wunsch der Jugendlichen selbst, die dazu 50 Gleichaltrige zu deren Freizeit-Interessen befragt hatten. Die jetzt entstandenen Gruppen sind das Ergebnis dessen. In ihnen erhalten die Kinder und Jugendlichen professionelle Begleitung von Menschen wie Matthias Hornschuh, der sonst Musik für Filme produziert und komponiert, oder Musiklehrern der Schule, die ihnen Gitarren- oder Percussion-Unterricht erteilen - als kostenloses Mitmachangebot in einem Stadtteil, in dem sich viele Musikunterricht nicht leisten können.

Die jüngsten Teilnehmer sind acht Jahre alt und tanzen. Dem Projekt angeschlossen haben sich aber auch Erwachsene wie Anna und Yuri aus der Ukraine. So wird der Klang von Buchheim immer bunter. Und das Quietschen der „Schaukelsägentonne“ klingt gar nicht mehr schrecklich.

"Sounds of Buchheim" - im Anhang des Artikels finden Sie zwei Soundfiles zum Reinhören.

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