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Fotografie

Gute Seiten, schlechte Seiten

Von Dirk Böttger, 22.10.10, 10:23h, aktualisiert 22.10.10, 19:02h

Das selbst gestaltete und professionell gedruckte Fotobuch hat das traditionelle Fotoalbum abgelöst. Sein eigenes Fotobuch zu gestalten ist einfacher als man denkt. Wir zeigen wie es geht. Wichtig ist vor allem, für Abwechslung zu sorgen.

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Beim Gestalten von Fotobüchern ist weniger oft mehr.
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Beim Gestalten von Fotobüchern ist weniger oft mehr.
Im vergangenen Jahr wurden laut Angaben des Photoindustrie-Verband rund 5,2 Millionen Stück gefertigt. Das entspricht einem Plus von 30 Prozent zum Vorjahr und die Prognosen stehen weiter auf Wachstum.

Durch leistungsstarke Software ist der Aufwand für die Erstellung von Fotobüchern in den letzten Jahren immer geringer geworden. Intelligente Assistenten führen durch den gesamten Arbeitsprozess der Fotobuchgestaltung und machen auf Wunsch selbsttätig einen Vorschlag für das Layout und die Platzierung der einzelnen Fotos. Die cleveren Programme vermeiden dabei sogar Dubletten und wählen bei gleichen Motiven automatisch das technisch bessere aus. Und als neuester photokina-Trend lernt das Fotobuch nun auch noch sprechen. Das quasselnde Fotobuch funktioniert wie eine Glückwunschkarte, die Musik abspielen, wenn sie aufgeklappt wird. Beim Fotobuch können allerdings individuelle Aufnahmen wiedergegeben werden.

Was die Programme allerdings nicht leisten können, ist aus der Menge von zigtausend Urlaubsbildern die besten 100 für das Fotobuch auszuwählen und diese dann in eine spannende und zugleich abwechslungsreiches Abfolge zu bringen.

Tipps zur Fotobuchgestaltung

Die Qualität des Fotobuchs steht und fällt mit der Auswahl der richtigen Bilder und diese filtert man nur aus der Masse heraus, wenn man konsequent auf die Qualität der Aufnahmen und deren Relevanz zum Thema achtet. Mit anderen Worten sollte man sich bei jedem Bild fragen, ob dieses auch zum roten Faden also zum Thema des Buches passt und ob es für den späteren Betrachter wichtig ist. Dopplungen sollten auf jeden Fall vermieden werden. Außerdem ist es sinnvoll, das Bildmaterial in verschiedene Kategorien oder Ordner einzusortieren. Eignet sich das Bild etwa als Hintergrundbild, Schmuckbild oder Bild mit Aussage eher als großer Seitenaufmacher?

Hinterher ist man zwar immer schlauer, doch wer bereits vorher sein Buchprojekt plant, der kann gezielt Details und Hintergründe fotografieren, die dem Buch nachher das „gewisse Extra“ geben.

Wenn die Bilder sortiert und kategorisiert sid, beginnt die eigentliche Arbeit am Fotobuch. Spannende Fotobücher erzählen eine Geschichte. Vielleicht gibt es eine Leitfigur, die durch das Buch führt oder der „rote Faden“ wird anhand einer thematischen Vorgabe geknüpft.

Geschichten erzählen und nicht den Faden verlieren

Für den Aufbau des Buches bieten sich zunächst einmal zwei Gliederungsmöglichkeiten an: die chronologische Ordnung bei der der zeitliche Ablauf die Hauptrolle spielt - dies kann beispielsweise bei der Dokumentation einer Rundreise der Fall sein - oder die thematische Ordnung bei der Bilder unter bestimmten Gesichtspunkten in Gruppen zusammengefasst werden - zum Beispiel Bauwerke im Urlaubsland, traditionelle Speisen, Menschen vor Ort etc.

Kapitelüberschriften helfen bei der weiteren Gliederung und bieten nochmals die Gelegenheit, den virtuellen Bilderstapel zu ordnen und weitere unpassende Motive auszusortieren.

Bei der Gestaltung der Seiten kommt es einerseits darauf an, für Abwechslung und Spannung zu sorgen, andererseits mit wiederkehrenden Gestaltungselementen eine einheitliche Grundordnung zu schaffen. Auch wenn die Möglichkeiten im Layout schier unendlich scheinen, einige Grundregel sollten festgelegt und konsequent umgesetzt werden. 26 verschiedenen Hintergründe für 26 Seiten sind zu viel und überfordern das Auge des Betrachters, eine Auswahl auf vier bis sechs möglichst zueinander passende Hintergründen und Hintergrundelementen ist völlig ausreichend.

Seitenlayout: die Mischung macht's

Die Doppelseite ist die maßgebliche Gestaltungseinheit in einem Fotobuch. Alle Fotos, Texte, Hintergründe etc. sind Teile dieser Gestaltungseinheit. Ihre Position auf der Seite, ihre Größe und Art der Darstellung haben Auswirkung auf den optischen Gesamteindruck und unterliegen den Regeln der Gestaltung. Ob Text, Grafik oder Foto, jedes dieser Element kann an jeden Ort auf der Doppelseite verschoben werden und dabei in einem beliebigen Seitenverhältnis, einen variablen Winkel oder in einer beliebige Größe positioniert werden.

Nicht etwa zehn Bilder auf einer Seite sind das Maß der Dinge sondern wenige ausgesuchte Bilder. Ein klar erkennbarer Seitenaufmacher - das von der Bedeutung her wichtigste Bild - sollte das zentrale Element sein. Für Abwechslung kann dann auch einmal eine Seite mit gleichberechtigten sprich gleichgroßen Bildern sorgen oder ein Panoramabild, das über eine ganze Doppelseite gezogen wird.

Weniger ist mehr gilt auch für Schriften

Es gibt Fotobücher, die ganz ohne ein geschriebenes Wort auskommen. In den meisten Fällen findet man aber Überschriften, Kommentare, kleine Texte. Auch diese sind grafische Elemente im Gesamtbild der Doppelseite. Entsprechend sollten sich diese harmonisch einfügen. Der Schrifttyp sollte zu der Aussage des Bildes oder des Seite passen. Aus diesem Grund gibt es eine große Auswahl an Schrifttypen von verspielt und verschnörkelt bis geradlinig und gewichtig. Es gibt wohl kaum eine Situation, zu der man nicht die passende Schrift finden könnte. Genau wie bei der Bildauswahl gilt: zwei bis drei Schriften pro Buch reichen aus. Kein babylonisches Schriftenwirrwarr und es müssen auch nicht alle Farben des Regenbogens bei der Colorierung der Schrift zum Einsatz kommen. Das lenkt nur vom wesentlichen ab - den Bildern.

Kein Autor fällt sofort mit der Tür ins Haus. Deshalb dient die erste rechte Seite des Buches als Einleitung. Diese ist in der Regel großzügig und sehr schlicht gestaltet. Oft werden lediglich Titel und Autor genannt und im Falle einer Verlagsveröffentlichung Auflage und Erscheinungsjahr.

Einbandgestaltung und Einleitung

Wenn das Fotobuch auf eine ähnliche Art beginnt, wirkt dies sehr professionell. Es ist nicht zwingend erforderlich, den Titel noch einmal zu wiederholen. Aber eine kurze, prägnante Überschrift macht sich in jedem Fall nicht schlecht. Diese kann zudem mit einem einzelnen, aussagekräftigen Foto kombinieren werden. Es geht lediglich darum, dem Leser die Möglichkeit zu einer kurzen Besinnung zu geben, bevor er sich im Inhalt des Buches vertieft.

Was für den Anfang Ihres Fotobuches gilt, gilt umgekehrt natürlich auch für das Ende. Mit der letzten Seite wird das Buch abgeschlossen. Entsprechend sollte diese Seite auch mit der Geschichte abschließen und das Ende des „roten Fadens“ darstellen. Ein Bild mit Menschen, die einen Ort verlassen, eignet sich bei einem Urlaubsbilderbuch sehr gut, ebenso ein gelandetes Flugzeug auf dem Heimat-Flughafen oder ein Sonnenuntergang.

Von schlicht bis edel ist alles möglich

Vom Ledereinband bis zum biegsamen Softcover - bei der Einbandgestaltung bieten alle Hersteller ein ganze Reihe von Möglichkeiten, die allerdings nicht alle eine Gestaltung mit Bildern zulassen.

Die so genannte Hardcover-Variante ist ein fester Einband, der mit einer Glanzfolie oder mit Lack überzogen wird, so dass er aussieht wie ein kommerzielles Bilderbuch von einem Verlag. Bei dieser Einbandvariante besteht die Möglichkeit, auf Layout-Vorschläge des Fotobuch-Assistenten zurückzugreifen oder diesen völlig frei zu gestalten. Auch hier gilt: weniger ist mehr. Ein symbolisches Bild ist einer Collage aus mehreren Bildern vorzuziehen. Diese würde eher als kurze Inhaltszusammenfassung auch den Rücktitel, also den hinteren Teil des Einbands, passen. Dieser kann aber auch zu einer kurzen Zusammenfassungen des Inhalts genutzt oder mit Angaben über den Autor versehen werden. Wenn das Fotobuch im Bücherregal schnell wiedergefunden werden soll, dann sollte zudem der Buchrücken beschriftet werden.



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