Von Hans-Günter Borowski, 05.11.10, 09:11h
Früher konnte man auch in Leichlingen die Uhr danach stellen: Um 12 Uhr schrillten überall die Sirenen. Nach und nach hat man sich davon verabschiedet. Seit den 80er Jahren werden alle Feuerwehrleute über digitale Funkmeldeempfänger alarmiert - von den Rettungskräften kurz „Piepser“ genannt. Da auch der Katastrophenschutz zurückgefahren wurde, verloren die auf vielen Dächern installierten Sirenen mehr und mehr an Bedeutung. Sparzwänge führten dazu, dass die Wartung eingestellt, manche Anlagen ganz abgebaut wurden. Nun kehrt sich der Trend um: Angesichts zunehmender Unwetter- und Naturkatastrophen, Warnungen vor Sturm und Überflutungen besinnt man sich wieder auf die Vorzüge der lauten, schnellen und effizienten Alarmierung. In Leichlingen kommt hinzu, dass die Funkempfänger nicht in allen Tallagen und abgelegenen Ortschaften permanent funktionieren. Wenn stadtweiter Alarm für alle Löschzüge ausgelöst werden musste, alle Mann zu Suchaktionen oder Großbränden gerufen wurden, sind die Sirenen stets mit ausgelöst worden. Daher kann man in der Stadt nach wie vor auf ein intaktes Netz zurückgreifen.
Lediglich zwei Sirenen, erläutert Feuerwehrsprecher Thomas Schmitz, sind in den vergangenen Jahren abgebaut worden, in Junkersholz und Kradenpuhl. Elf Sirenen gibt es noch, drei in der Stadtmitte, zwei im Bereich Oberschmitte, drei um Metzholz und drei in Witzhelden. Sie werden morgen um 12 Uhr ausgelöst: Der dreimalige Dauerton von 15 Sekunden bedeutet im Ernstfall Feueralarm. Ein auf- und abschwellender Heulton würde Zivilschutzalarm bedeuten, ein einminütiger Dauerton Entwarnung.
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