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Kommentar zur Nord-Süd-Bahn

Das ist Köln 21

Von Peter Berger, 05.11.10, 10:13h, aktualisiert 08.11.10, 10:53h

Nach Kostenexplosion und Archiveinsturz der nächste Schock in Sachen Nord-Süd-Stadtbahn: Bei der geplanten ebenerdigen Querung der Bahn an der Südbrücke würde die Rheinuferstraße zur Staufalle. Doch ein Tunnel steht weiterhin nicht zur Debatte.

U-Bahn-Querung Rheinuferstraße
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Vor der Südbrücke würde die Stadtbahn die Rheinuferstraße queren, wenn der Tunnel für die Bahn nicht gebaut wird. (Bild: Max Grönert)
U-Bahn-Querung Rheinuferstraße
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Vor der Südbrücke würde die Stadtbahn die Rheinuferstraße queren, wenn der Tunnel für die Bahn nicht gebaut wird. (Bild: Max Grönert)
Der Bau der Nord-Süd-Stadtbahn in Köln steht unter keinem guten Stern: explodierende Baukosten auf mehr als eine Milliarde Euro, der Einsturz des Stadtarchivs. Die Befürworter des Verkehrsprojekts sind schon seit langem in der Defensive.

Doch jetzt wird es bei der umstrittenen Querung der Stadtbahn an der Rheinuferstraße nachgerade absurd. Ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Verkehrsgutachten kommt - grob zusammengefasst - zu folgendem Schluss: Alle baulichen Lösungen, bei denen Stadtbahn und Autos an einer ebenerdigen Kreuzung aufeinander treffen, werden unweigerlich zu längeren Staus führen oder die Fahrzeit der neuen Stadtbahn verlängern. Vor allem dann, wenn sie im Fünf-Minuten-Takt fährt. Wer konnte denn schon ahnen, dass die neue U-Bahn einmal von so vielen Kölnern genutzt werden wird? Doch statt angesichts dieser Prognose noch einmal über einen Tunnel oder eine Unterführung nachzudenken, macht die Verwaltung den Politikern einen Vorschlag, auf den man erstmal kommen muss: Ein Teil der Züge fährt einfach weiter über die alte Strecke Richtung Hauptbahnhof. Das dauert zwar länger, aber dafür kann man weiter aus dem Fenster schauen und muss nicht durch diese neue dunkle U-Bahn-Röhre.

Mehr als eine Milliarde Steuergelder sind also in ein Projekt geflossen, an dessen Ende der KVB-Kunde auf einem Bahnsteig steht und darauf hoffen muss, den schnellen Zug zu erwischen. Wozu gibt die Stadt ein Gutachten in Auftrag, wenn sie dessen Ergebnisse am Ende ignoriert? Das ist so verrückt - das ist Köln 21.



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