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Rheinuferstrasse

Kontroverse um Ampel-Lösung

Von Peter Berger und Matthias Pesch, 06.11.10, 09:17h, aktualisiert 08.11.10, 10:58h

Die Linie 15 könnte künftig weiter bis nach Rodenkirchen fahren. Damit sollen Staus verringert werden. Diesen Vorschlag hat die Verwaltung in die Diskussion über die künftige Kreuzung der Nord-Süd-Stadtbahn mit der Rheinuferstraße eingebracht.

Rheinufer
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Der Stau scheint programmiert: Direkt neben der Südbrücke soll die Bahn ebenerdig die Rheinuferstraße queren. (Bild: Worring)
Rheinufer
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Der Stau scheint programmiert: Direkt neben der Südbrücke soll die Bahn ebenerdig die Rheinuferstraße queren. (Bild: Worring)
Nord-Süd-Bahn
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Die Nord-Süd-Bahn und die neue Strecke der Linie 16. (Grafik: Groo)
Ebertplatz Nord-Süd-Bahn
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Hier beginnt die neue Nord-Süd-Stadtbahn: Am Breslauer Platz wird schon Werbung für die künftige Verbindung gemacht. (Bild: Worring)
Nord-Süd-Bahn
Ebertplatz Nord-Süd-Bahn
Köln - Bericht vom 6.11.2010

Die Verwaltung bringt einen weiteren Vorschlag in die Diskussion über die künftige Kreuzung der Nord-Süd-Stadtbahn mit der Rheinuferstraße ein: Die Linie 15 könnte von ihrer jetzigen Endhaltestelle Ubierring weiter bis nach Rodenkirchen fahren. Ein Vorteil aus Sicht der Stadt: Sie könnte damit in den Hauptverkehrszeiten die Linie 16 entlasten, die durch den neuen Nord-Süd-Bahn-Tunnel fahren wird. Auf diese Weise könnten die Staus verringert werden, die erwartet werden, wenn die Stadtbahnen die viel befahrene Rheinuferstraße queren.

Die Stadt reagiert damit auf ein Verkehrsgutachten, das erhebliche Staus auf der Rheinuferstraße prognostiziert. Und zwar nicht nur bei der bisher geplanten Ampelschaltung, die der Bahn grundsätzlich Vorfahrt einräumt, sondern auch auch bei einer flexibleren Lösung, bei der die Wartezeiten für Autos kürzer sind. Selbst dann, so das Gutachten, wären bei einem Fünf-Minuten-Takt der Bahnen lange Schlangen die Folge - ein sechsspuriger Ausbau der Rheinuferstraße wäre „zur Vermeidung eines Verkehrskollapses“ nötig.

Nichtsdestotrotz schlägt die Verwaltung eben diese flexible Ampelschaltung vor und sorgt damit in der Politik für kontroverse Reaktionen. CDU und FDP sehen sich durch das Gutachten in ihrer seit langem erhobenen Forderung bestärkt, die Rheinuferstraße unter der Bahn hindurchzuführen. „Ohne eine Tunnellösung bekommen wir eine katastrophale Situation“, sagt Karsten Möring, verkehrspolitischer Sprecher der CDU. Es sei „völlig unverantwortlich“, wenn jetzt nicht der Bau einer Stützkonstruktion beschlossen und realisiert würde, ohne die später eine Tieferlegung der Straße (rund 60 Millionen Euro) deutlich teurer würde und nur mit einer längeren Stilllegung der Trasse möglich wäre. Möring weist zudem darauf hin, dass die im Gutachten prognostizierten Staus tatsächlich länger würden - die Gutachter hätten die Schlangen nicht von der Bahnkreuzung an bemessen, sondern von den nächsten Kreuzungen Ubierring und Schönhauser Straße.

„Wenn das Chaos ausbricht, müssen wir neu überlegen“

„Wir haben ein Jahr Zeit verloren. Oberbürgermeister Jürgen Roters hat mit seiner Aussage, eine flexible Ampelschaltung würde die Probleme lösen, eine Nebelkerze geworfen“, sagt FDP-Fraktionschef Ralph Sterck. Zu einer Straßenunterführung gebe es keine Alternative. „Wir wollen den Tunnel und werden uns nicht länger bequatschen lassen.“ Das Land dürfe Köln bei der Finanzierung nicht im Stich lassen. Ob eine Verlängerung der Linie 15 Richtung Rodenkirchen vom Ubierring über die alte Rheintrasse Sinn mache, müsse man unabhängig von der Tunnellösung entscheiden. Ebenerdige Bahnübergänge seien einfach nicht mehr zeitgemäß.

Ob Union und Liberale mit ihrer Forderung allerdings eine Mehrheit finden, ist fraglich. Bettina Tull von den Grünen ist „froh, das wir mit der flexiblen Ampellösung einen großen Schritt weiter sind“. Sie sieht die Ergebnisse des Gutachtens „weniger dramatisch“. Zudem hätten die Experten nicht die Tatsache berücksichtigt, dass Autofahrer auf die Bahn umstiegen und sich die Verkehrslage dadurch entspanne. Tull: „Wir gucken uns die Situation an, wenn die Bahn fährt, und wenn dann das Chaos ausbrechen sollte, dann müssen wir neu überlegen.“

Auch für Susana dos Santos Hermann (SPD) bringt eine flexible Ampelschaltung „über den Tag gesehen erhebliche Verbesserungen“. Die Spitzenzeiten könnten allerdings Probleme bereiten. „Da müssen wir uns genau ansehen, was wir tun können, um für Entlastung zu sorgen“, so die Ratsfrau. Die SPD sei „offen, alle Vorschläge zu prüfen, ob sie „verkehrlich sinnvoll, finanziell machbar und städtebaulich akzeptabel“ seien. Eine Tunnellösung sei da nicht von vorneherein ausgeschlossen.



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