Von Susanne Kreitz, 28.01.11, 19:37h, aktualisiert 28.01.11, 19:39h
Das Römisch-Germanische Museum (RGM) zeigt in einer Sonderausstellung „Zauber Bernstein - Schmuck und Amulette aus der Basilikata“. 1980 erschütterte ein schweres Erdbeben die Region am Fuß des italienischen Stiefels, anschließend wurden Gräber mit reichen Beigaben gefunden - aus Bernstein. In der Ausstellung ist jedem Grab eine Vitrine gewidmet.
Betrunkene Liebesgötter
Es gibt kleine Kunstwerke, geflügelte Wesen, Anhänger in Form eines Frauenkopfes, ein Schiff mit musizierenden und Wein trinkenden Amoretten (kleine Liebesgötter). Vor allem die Ketten aus mehreren Reihen dicker Perlen sind von einer verblüffend zeitlosen Schönheit. Die Perlen sind dunkelrot und haben eine spröde Oberflächen. „Bernstein wird im Lauf der Jahrzehnte in der Erde rot“, erzählt Friederike Naumann-Steckner, stellvertretende Leiterin des RGM. Im Wasser dagegen sei das Material unverwüstlich. Am Eingang zur Sonderausstellung liegt ein neuer Bernstein auf einem kleinen Podest, anfassen ist ausdrücklich erwünscht. Auf einer Seite sind Spuren zu sehen, wie das flüssige Harz an der Baumrinde entlang geflossen ist.
Ausgestellt sind knapp 200 Kleinkunstwerke, darunter vollständige Schmuck-Ensembles aus 17 Gräbern der Oberschicht der antiken Basilikata. Dass sie in Köln gezeigt werden können, ist, so Marcus Trier, kommissarischer Direktor des RGM, der Unterstützung des Italienischen Kulturinstituts in Köln zu verdanken.
Zauber in Bernstein, Römisch-Germanisches Museum, Roncalliplatz 4, bis 25. April, geöffnet täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr; 3. bis 8. März geschlossen.
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